Brunner & Brunner: 10 Mal die Goldene Stimmgabel, Echo, Amadeus-Austrian-Award und Millionen verkaufte Platten küren eine Ära des Schlagers

14. Okt 2022, Deine Schlagerwelt

Brunner & Brunner: 10 Mal die Goldene Stimmgabel, Echo, Amadeus-Austrian-Award und Millionen verkaufte Platten küren eine Ära des Schlagers
Brunner & Brunner: 10 Mal die Goldene Stimmgabel, Echo, Amadeus-Austrian-Award und Millionen verkaufte Platten küren eine Ära des Schlagers
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Brunner & Brunner waren das erfolgreichste Schlager-Duo. Mit unzähligen Auszeichnungen, u. a. 10 Mal die Goldene Stimmgabel, Echo und Millionen verkaufte Platten, schreiben die Brüder Musikgeschichte. Deine Schlagerwelt verlost die Brunner & Brunner Hit-Collection mit 5 CDs.

Mit Brunner & Brunner ging eine Ära des Schlagers zu Ende

Die Österreich lebenden Brüder Jogl (Johann) und Charly (Karl) Brunner bildeten das erfolgreichste Schlager-Duo "Brunner & Brunner" und konnte sich zwischen 1992 und 2010 mit Singles und Alben regelmäßig in den deutschen, österreichischen und Schweizer Hitparaden platzieren. Sie wurden 10 Mal mit der Goldenen Stimmgabel, dem Amadeus-Austrian-Award und Echo ausgezeichnet. Sie durften noch das erfolgreiche Musikzeitalter mit Millionen verkauften Platten erleben. Tripple- und Doppel-Patin waren bei den Schlagerstars Standard. 

Die beiden Brüder starteten ihre musikalische Karriere als Teil der zunächst fünfköpfigen Formation "Happy". Deren Debütalbum "Tausend Träume" erschien 1985. Von 1987 bis 1990 waren sie unter dem Namen Happy nur noch als Duo unterwegs und veröffentlichten zwei weitere Alben sowie diverse Singles.

1991 erlangten die Murauer Brüder unter der Namensänderung "Brunner & Brunner" den großen Durchbruch. Mit den Alben "Darum lieb' ich dich" und "Im Namen der Liebe" gelang ihnen der Sprung in die Top20 der Offiziellen Deutschen Albumcharts. Ihr wohl erfolgreichstes Album "Leben" hielt sich 24 Wochen auf Platz 1 der Österreichischen Albumcharts. Die vom Album-Titel geprägten Konzert-Tourneen waren stets restlos ausverkauft und in der ZDF-Hitparade belegten Brunner & Brunner ausschließlich den 1. Platz, was bis Dato kein anderer Künstler in dieser Häufigkeit schaffte.

Im Musikantenstadl vom 19. September 2009 wurde die Beendigung der Karriere von Brunner & Brunner per Anfang 2010 bekanntgegeben. Im Rahmen einer ausgedehnten Abschiedstournee beendeten Karl und Johann Brunner ihre gemeinsamen musikalischen Aktivitäten.

"Sehnsucht in mir" - Die Schlagerfans wünschen sich Brunner & Brunner zurück

Charly und Jogl Brunner
Charly und Jogl Brunner
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Eines steht außer Frage: Die Fans wollen bis heute Brunner & Brunner zurück haben und es scheint so, als liefe der Titel "Sehnsucht in mir" auf Dauerschleife. Das damals erfolgreichste Schlager-Duo könnte ohne Probleme an die großen Erfolge anknüpfen. Die Marke Brunner & Brunner, wie sie einst der A&R-Manager der Plattenfirma als "Sternstunde des Herrn" bezeichnete, kann nur als Formation mit Jogl und Charly Brunner weiterleben. Es scheint aber nur ein Wunsch zu bleiben. Die Chance, dass sich Jogl und Charly Brunner noch einmal musikalisch vereinen, ist so groß wie sechs Richtige im Lotto zu gewinnen. Es bleibt nur noch die Möglichkeit, die alten Brunner & Brunner -Lieder auf CD und vergangene Konzerte auf DVD zu erleben. Einst schrieb Jogl Brunner einen Spruch zum Album "Leben" nieder: 

"Im Strudel des Alltags werden Nebensächlichkeiten immer wichtiger und wir verlieren den Blick für das Wesentliche im Leben."

Johann Brunner

Es sind wohlmöglich die ständigen Selbstreflektionen vom einstigen Schlagerstar, die das Comeback verhindern. Möchte man die Gelassenheit und innere Ruhe wieder aufgeben, nur um den großen Erfolg, mit all seinen Strapazen, erneut durchleben zu müssen? Der Glanz in der Schlagerwelt ist mehr Schein als Sein. Produzenten, Labels und Managers nehmen einem Künstler sehr schnell die Luft zum Atmen und lassen die musikalische Kreativität ersticken. Das bestätigen zahlreiche Schlagerstars, die Tag für Tag ihre seelischen Opfer erbringen müssen. Von den ständigen Problemen bekommen die Fans erst dann etwas mit, wenn ein Künstler seine Karriere an den Nagel hängt. In engsten Kreisen spricht man von einer Art "Schlager-Maffia", bei der alle Fäden zu einer ganz bestimmten Person nach München zusammenlaufen. Diese eine Person entscheidet, welcher Künstler erfolgreich ist und in welchen TV-Sendungen dieser auftreten darf. Gehört man diesem "Goldenen Zirkel" an, muss man lediglich seine moralischen Prinzipien über Bord werfen. Ein paar Umarmungen in den Silbereisen-Shows mit "Piep, piep, piep, wir haben uns alle Lieb" sollen die Künstler vereint erscheinen lassen, während dem einen oder anderen bereits das Messer in den Rücken fliegt.

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Interview mit Jogl Brunner in der Radio-Sendung "Willkommen in unserer Zweier-WG"

Jogl Brunner mit Sohn Raffael
Jogl Brunner mit Sohn Raffael
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Foto: Jogl Brunner (r) mit Sohn Raffael (l) bei der Aftershow Party "Die Besten im Frühling" am 14. März 2015 im Hotel Ramada in Magdeburg.

In der 40. Ausgabe der Zweier-WG war Jogl Brunner zu Gast und sprach mit Nina Stern ganz privat über seine musikalische Karriere und welchem Sinn er seinem Leben heute zuteilt. Die Hörerinnen und Hörer lernten einen bedachten und zugleich glücklichen Jogl kennen, der zwar seine Brunner & Brunner - Karriere nicht leugnen, aber auch nicht zurück haben will. Zu wichtig sind ihm Familie und Freunde, als dass er diese Form der Bereicherung wieder aufgibt. 

Nina Stern: "Wenn du auf die Brunner & Brunner Zeit zurück blickst, welche Emotionen kommen in dir hoch? Was waren die Highlights, die dir immer in Erinnerung bleiben?"

Jogl Brunner: "Die Schönheit der Vergangenheit! Ich bin jemand, der die Erinnerungen nicht mit etwas Negativem beschmutzen will. Was mir immer wieder ins Auge meiner Gefühlswelt sticht, ist, den Menschen bei unseren Konzerten in die Augen geschaut habe. Leider haben wir im Zuge des Erfolges viel zu wenig davon mitbekommen, mit welch einer Freude unsere Fans dort saßen. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir um die 90% weibliche Fans hatten. Das Brunner & Brunner - Ticket war mit 50 bis 90 Euro nicht das Günstigste und das ist nicht für jeden gleich aus der Tasche zu ziehen. Manche sind erst zum Frisör gegangen, haben sich schön gemacht und sind dann mit großer Freude aufs Brunner & Brunner - Konzert gegangen. Dieses strahlen in den Augen der Menschen hat mir so viel Kraft gegeben."

Nina Stern: "Obwohl du bei Brunner & Brunner in der ersten Reihe standest, hatten viele das Gefühl, dass du neben Charly Brunner in der zweiten Reihe stehst. Ich habe den Eindruck, dass du ein sensibler und romantischer Mensch bist, der schon immer mehr zu erzählen hatte, als er eigentlich durfte. Täuscht dieser Eindruck?"

Jogl Brunner: "Mit Dürfen - da ist so eine Geschichte für sich. Wir hatten uns in dieser Zeit sehr, sehr gut verstanden und wir mussten uns nicht absprechen. Es ist sein Naturell, dass Charly bei unseren Konzerten die Führung übernommen hatte. Wenn er mit seiner Stimme gesprochen hatte, dann hatten die Menschen gerne zugehört und ich war ein Teil von diesem Ganzen. Dieses Gefühl, weniger zu sein, hatte ich nicht. Ich bin aber auch nicht der Typ, der sich in der Öffentlichkeit groß demonstrieren muss. Das ist mein Naturell, ohne Bewertung. Mein Bruder Charly hat eine andere Persönlichkeit. Sein Part war genauso wichtig wie meiner. Es gab auch keine Strategie. Alles hatte sich so ergeben und es war ein wunderbares Zusammenspiel, das funktionierte."

Nina Stern: "Du hast ja auch mit deiner Stimme und Klangfarbe den sentimentalen und traurigen Liedern von Brunner & Brunner Lebensfreude und Sonnenschein eingehaucht. Bist du generell ein sehr optimistischer Mensch, der aus negativen Erlebnissen etwas positives herauszieht?"

Jogl Brunner: "Aber nicht sofort! Ich muss erst tief fallen, bevor ich das erkenne und dann entwickle ich Kräfte, die unheimlich stark sind. Ich will es nicht und ich lasse es nicht zu, dass ich negativ denke und mich in einer negativen Welt bewege. Ich möchte den Menschen - und vor allem auch mir zeigen - wie wertvoll das Leben ist. Das geht eben nur mit positiver Energie. Leider Gottes funktioniert das nicht immer so im Leben, wie wir es uns wünschen. Ich selbst bin ganz, ganz weit unten oder ganz, ganz weit oben. Bei mir gibt es keine Mitte. Ich habe es aber immer erkannt und so an mir gearbeitet. Heute sind die Perioden, in denen ich mich unten bewege, viel weniger als sie damals waren. Man muss die Gegensätze erleben - nur so kann man das Positive erkennen."

Nina Stern: "Du hattest ja damals, als das offizielle Ende von Brunner & Brunner bekannt gegeben wurde, in deinem privaten Leben einige Dinge verändert. Gab es da für dich bestimmte Momente und auslösende Punkte, um aus diesem emotionalen Hamsterrad auszusteigen?"

Jogl Brunner: "Ja genau! Ebenso in der Musik, denn wir waren sehr erfolgreich und im Grunde genommen immer dasselbe gemacht und versucht, dort Oben zu bleiben. Dann habe ich gemerkt, dass ich das nicht mehr 'selbst' bin und von außen bestimmt werde. Ich konnte meine wahren, inneren Gefühle nicht mehr zum Ausdruck bringen und ich musste das machen was andere wollten, damit man viele Titel verkauft (damals wurden noch CDs verkauft). So funktioniert das, was Labels, Mangers, Fernseh- oder Radiomoderatoren wollen. Es konnte sich für mich nicht immer alles nach diesem äußerlichen Erfolg abspielen. Das war der Grund, warum ich aufgehört hatte."

Nina Stern: "Man kann dich - so steht's auf deiner Homepage geschrieben - als Weltenbummler und Freigeist bezeichnen. Warst du das schon immer oder hatte es jahrelang in dir geschlummert?

Jogl Brunner: "Ja, aber ich will jetzt keine großen Reden von mir halten. Aber du hast schon recht. Ich wusste auch nicht was das ist. Es ist ja nicht damit abgetan, dass man sich in den Flieger nach Australien setzt, um ein anderer Mensch zu werden. Das kann man hier auch. Das ist ein langer Prozess, den man erkennen und dann verändern muss. Dieser Freigeistdarf darf nicht eingeengt oder von außen bestimmt werden - was ich vorhin schon angesprochen hatte. Heute bin ich in der glücklichen Situation, dass ich selbst Verantwortung übernehme und mein Leben so lebe, wie ich glaube, dass es richtig ist."

Nina Stern: "Was auch sicherlich jede Menge Mut benötigt hat, oder?"

Jogl Brunner: "Natürlich! Ich meine, so ein großes Thema wie Brunner & Brunner von heute auf morgen aufzugeben, da gehört schon einiges dazu. Man muss davon überzeugt sein. Das geht nicht so, dass einem das eine oder andere nicht mehr gefällt. Man muss davon überzeugt sein, dass das Leben so nicht mehr funktioniert. Ich hatte den materiellen Erfolg nicht als Perspektive angesehen, sondern etwas ganz anderes, das in mir schlummert und noch viel wertvoller war."

Nina Stern: "Du lebst momentan sehr zurückgezogen. Du klingst dich auch immer wieder gerne aus und bist mehrere Monate in Australien oder auf anderen Kontinenten. Fasziniert dich diese Freiheit, tun und lassen zu können, was man will? Was ist die Faszination an diesen Reisen?"

Jogl Brunner: "Erst einmal kann ich - wenn ich dann weg bin - denn Alltag zurück lassen. Wenn du in Australien bist, dann bist du so weit weg von Zuhause, dass du einfach die Möglichkeit hast, anders zu denken und zu leben. Es ist aber auch wirklich mutig. Man muss sich an die neue Umgebung gewöhnen und sich umstellen. Aber du siehst dann den Tag und die Menschen ganz anders. Du entdeckst eine andere Mentalität an dir. Da könnte ich natürlich stundenlang drüber reden aber unterm Strich ist es einfach notwendig, sich aus seinem Korsett zu befreien. Das würde vielen Menschen gut tun. Ich muss aber auch sagen, dass ich so frei bin, weil ich mir mit 'Brunner & Brunner' eine Basis schaffen konnte, wo ich mit 50 Jahren nicht mehr arbeiten musste. Aber es gibt überall um uns herum die Möglichkeit, in die Natur zu gehen."

Nina Stern: "Du bist ja ein Naturbursche, wie in dem Videoclip "Du bist wie ein Stern aus dem Himmel gefallen" zu sehen ist. Du gehst da mit der Axt in den Wald und schlägst Holz... und ich persönlich kann mich an eine Geschichte erinnern, die Jahre zurück liegt. Ich hatte damals die Ehre, mit meiner Agentur ein Album von Brunner & Brunner promoten zu dürfen und da war eine Pressekonferenz in Salzburg, bei der du dich verspätet hattest, weil dir der Sonnenuntergang am Chiemsee dazwischen gekommen ist. Die Presse drehte am Rad, weil du nicht da warst."

Jogl Brunner: "Schön das zu hören! Ich bekomme Gänsehaut. In diesem Moment denke ich auch nicht viel nach. Der Titel "Du bist wie ein Stern aus dem Himmel gefallen" ist auch eine Metapher dafür, die Erkenntnis zu erlangen, etwas verändern zu können. Das ist bei mir dieses Bewusstsein gewesen, in die Natur zu gehen und das wahre Leben zu erkennen. Und wenn du mir erzählst, dass ich damals schon so war und einfach nicht gekommen bin, weil der Sonnenuntergang so schön war, dann finde ich das sehr schön."

Nina Stern: "Kommen wir zu deiner Musik von heute. Es gab ja dann die Alben "Lebenslust" und "Lebensbilder". Wie viel Jogl Brunner steckt in diesen Alben? Wenn man sich die Texte teilweise durchliest... hattest du mit 16 Jahren wirklich deine Koffer gepackt und warst weg?"

Jogl Brunner: "Ja unglaublich, wenn ich an das denke. Ich war 16 Jahre alt. Es waren Sommerferien und es hatte Zuhause nicht mehr so richtig funktioniert. Ich hatte mich dann wirklich an die Straße gestellt und bin per Anhalter nach Italien gefahren. Ich hatte schon immer alles so durchgezogen, wie ich es meinte und fühlte. Ob es jetzt richtig oder falsch war, das spielte in diesem Moment keine Rolle. Mich freut es, dass ich das in jungen Jahren schon gemacht habe. Das ist mein Typus und das kann nicht jeder. Der eine legt sich Zuhause hin und wartet, dass sich irgendetwas von alleine ändert. Ich bin davon überzeugt, dass von selbst alleine nichts passiert."  

Nina Stern: "Jogl, wenn man so sensationell erfolgreich war wie du, gibt es dann Träume oder Ziele? Du machst ja bestimmt noch immer Musik. Wo siehst du dich in 10 Jahren?"

Jogl Brunner: "Ja, ich mache Musik und schreibe meine Gedanken in Form von Geschichten nieder. Ich habe zur Zeit nicht das Gefühl, dass ich schon morgen damit an die Öffentlichkeit gehen sollte. Da gibt es eine ganz eindringliche Geschichte, bei der ich mit dem Rad in den Bergen unterwegs und bei einem Landwirt gekommen war, der mich natürlich als "Brunner & Brunner" erkannte. Ich hatte mit ihm dann gesprochen und er sagt: 'Schau, du hast eine Gabe mitbekommen, Menschen mit deiner Musik zu erfreuen, ihnen Kraft zu geben und du darfst dieses Geschenk nicht unbeachtet lassen.' Er meinte das so, dass es meine Pflicht wäre, weiterhin Musik zu machen. Das gibt mir bis heute zu denken aber nach wie vor lebe ich in meiner inneren Welt und mache so lange für mich privat Musik, bis ich wieder spüre, dass es endlich soweit ist an die Öffentlichkeit zu gehen. Wenn es soweit ist, dann hörst du mich."

Nina Stern: "Es gibt drei ganz, ganz wichtige Menschen in deinem Leben: Deine drei Kinder, die dir alles bedeuten."

Jogl Brunner: "Ich glaube es gibt mehrere Eltern, den es so ergeht. Natürlich, je älter man wird, umso mehr sind die Gedanken bei den Kindern - besonders wenn man an die Zukunft denkt. Dann kommt die Frage auf: 'In welcher Welt werden meine Kinder leben?' Diese Verbindung zu den Kindern wird immer stärker."

Nina Stern: "Ich glaube zu deinem Sohn Raffael und deiner Tochter Anna gibt es eine ganz besondere Verbindung. Für Anna hattest du eine wunderbare Klavier-Ballade geschrieben und Raffael war Schlagzeuger in deiner Band."

Jogl Brunner: "Ja, Raffael hatte bei mir Schlagzeug gespielt und er macht heute seine eigene Musik, die in jedem Musikportal zu finden ist. Die Anna ist im Event-Management und gerade in Los Angeles. Und Elias ist auch etwas ganz Besonders, weil er einfach total anders ist als die beiden. Er ist beruflich Mechaniker und fühlt sich nur wohl, wenn am Abend seine Hände schmutzig sind. Von ihm kommen solche Weisheiten, wie: 'Erfolgreich kannst du nur werden, wenn du das tust, was du gerne tust.'"

Nina Stern: "Ist ja auch dein Lebensmotto - im Nachhinein betrachtet - oder?"

Jogl Brunner: "Genau das ist es! Wobei ich jetzt lachen muss, weil es eigentlich einfach klingt aber viele Schritte dafür notwendig sind. Mann muss dazu loslassen können. So auch den Erfolg, den ich hatte, so wunderschön er auch war. Aber es muss nicht sein, dass es das ganze Leben andauert."

Nina Stern: "Wenn du zurück blickst, gibt es bestimmt auch einige Dinge, die im Nachhinein ungut waren und würdest du manches heute anders entscheiden oder früher die Notbremse ziehen?"

Jogl Brunner: "Kein leichtes Thema. Da gibt es viele, viele Momente wo ich mich im Nachhinein frage: 'Welcher Teufel hat mich da geritten?' Aber auch das gehört zum Leben dazu, um zu erkennen, wo wirklich dein Weg lang geht. Den habe ich auch heute noch nicht gefunden und ich glaube, das wird sich in einem Leben nicht ausgehen. Man muss einfach immer das Beste geben und ganz bewusst leben. Das ist eigentlich das Schlagwort. Man muss sich selbst reflektieren, sich den Gedanken hingeben und der Gefühlswelt - der Intuition - folgen. Damit fahre ich selbst sehr gut und ich glaube, dass ich bestimmte Erlebnisse nicht verdrängt, sondern ausgeschlossen habe. Mir geht es heute sehr, sehr gut. Ich habe meine Ernährung an meine Gedankenwelt ausgerichtet und ich tue das, was mir gut tut. Ich versuche die Negativität, die besonders in der aktuellen Situation über die Medien verbreitet wird und jeden Tag auf uns einhämmert, auszugrenzen, indem ich keine Medien konsumiere."

Nina Stern: "Du bist dann auch auf den sozialen Netzwerken nicht mehr aktiv? Es interessiert dich einfach nicht, was vor der Tür passiert, wenn es dir schadet?"

Jogl Brunner: "Egal wie man das jetzt sieht, es ist einfach so, außer das, was notwendig ist. Alles andere ist für mich nur Belastung und das muss ich nicht konsumieren. Ich kann gewisse Sachen nicht ändern. Ich versuche nur das wahrzunehmen, was ich auch ändern kann."

Nina Stern: "Gibt es irgendwelche Lebensweisheiten oder Ratschläge, die du weitergeben kannst?" 

Jogl Brunner: "Es ist einfach! Einfach bewusst leben! Sich selbst wahrnehmen! Verantwortung übernehmen aber vor allem die eigene Verantwortung! Selbst denken und sich nicht denken lassen! Das Problem der Gesellschaft ist, den Fernseher einzuschalten und zu glauben, dass das alles wahr ist, was man mir zeigt. Es sind einige Dinge dabei, die stimmen. Es ist aber auch so viel Manipulation dabei. Das sollte man erkennen und jeder Mensch ist anders. Wenn wir zu einer aktuellen Thematisierung kommen wie die Corona-Pandemie, dann hat schon alles seine Berichtigung darüber zu reden, aber nicht nur eine Seite einzunehmen und alles andere als Kacke abzustempeln. Ich war noch nie krank in diesen Monaten und ich habe mir nie große Gedanken darüber gemacht. Vielleicht bin ich deshalb nie krank geworden. Das heißt aber nicht, dass es bei den anderen Menschen genauso funktioniert."

Nina Stern: "Jetzt kommen wir wieder zu dem Punkt, den Mut zu finden, dazu zu stehen und sich das sagen zu trauen. Oder?"  

Jogl Brunner: "Sehr gut und das ist eigentlich die Antwort auf deine Frage, die du gestellt hast, dass nämlich Menschen nicht nur mitgehen. Bleibt bei euch selbst und schaut euch das an. Mancher Mensch braucht auch in gewissen Situationen Hilfe und dann muss man sich die auch holen. Und das spürt man auch, wenn man in sich geht und nachdenkt, was einem gut tut und was man dafür machen muss. Ich will doch nichts anderes, als ein schönes Leben zu haben. Als es mit Bruner & Brunner vorbei war, hatte ich ja ein paar Jahre Pause gemacht. Dann hatte es mir wieder in den Fingern gejuckt und ich wollte zurück auf die Bühne. Ich hatte es aber gleichzeitig gespürt, dass es so nicht geht und hatte auch nicht die Absicht, Brunner & Brunner wieder zu kopieren. Da gibt es das Lied "Lass uns leben", auf das ich bis heute noch stolz bin: 'Lass uns leben, heute noch, nicht irgendwann, nicht irgendwo... Lass uns leben... und warte nicht auf den Augenblick.' Und ich war ganz stolz auch dieses Lied und dann habe ich von einem Rundfunkmoderator eine Reaktion gehört, die mich eigentlich schon traurig machte. Der hatte nämlich folgendes gesagt: 'Diese Nummer kann ich nicht spielen. Die ist zu spirituell.' Ich glaube nicht, dass Schlager nur trivial sein muss. Der Schlagerpublikum verträgt und braucht auch solche Texte."

Nina Stern: "Was machst du abschließend, dass es dir jeden Tag gut geht? Gibt es gewisse Rituale?" 

Jogl Brunner: "Eine Hammer-Disziplin, die ich seit Jahren mache, heißt 'Sport'. Hauptsächlich fahre ich mit dem Mountainbike in die Berge und mache eine Form der Meditation, die ich keinen Tag auslasse. So versuche ich mich körperlich und mental zu stärken. Das gesamte Paket muss stimmig sein. Ich wurde immer dafür belächelt, dass ich mein Herz auf der Zunge trage und Sachen in der Öffentlichkeit preisgebe, wo mancher denkt: 'Was ist mit dem denn jetzt los?!' Dabei gibt es keine wirklichen Geheimnisse. Wenn ich jetzt so mit dir spreche, dann erwarte ich auch von meinem Gegenüber, dass er sich öffnet. Dann kommt es auch zu einem guten Gespräch. Man sollte auf jeden Fall das Leben und auch sich selbst nicht zu ernst nehmen. Ich bin einfach so wie ich bin. Wenn wir alle so ehrlich zueinander sind und nicht nur selbstgefällig agieren, um sich so schön und toll zu demonstrieren, dann können wir miteinander ein schönes Leben führen. Das 'wieder zueinander finden' wäre für mich ein Anliegen in der heutigen Zeit, weil die Gesellschaft so ersichtlich gespalten ist. Das ist die einzige Möglichkeit, wenn wir Menschen auf dieser schönen Erde in Frieden miteinander leben wollen."

Verlosung Brunner & Brunner Hit-Collection (5CDs)

Die Verlosung ist beendet. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird schriftlich benachrichtigt.

Zusätzlich packen wir eine original Autogrammkarte von Brunner & Brunner zum Gewinn dazu.

Vielen Dank für die Teilnahme.

EXKLUSIVE nur bei Shop24Direct

Genau vor 30 Jahren kristallisierte sich aus dem Schlager-Quintett „Happy“ in der Steiermark das Duo „Brunner & Brunner“ heraus. Zwei Brüder, die auszogen, Schlager, Chanson, Popmusik und Poesie zu einem eigenen Stil zu vereinen und so Musikgeschichte zu schreiben. Und das – wie wir heute wissen – mit Erfolg! Freuen Sie sich auf 5 CDs mit 100 ausgewählten Songs von Riesenhits über besondere Werke bis hin zu echten Raritäten.

Genau vor 30 Jahren kristallisierte sich aus dem Schlager-Quintett "Happy" in der Steiermark das Duo "Brunner & Brunner" heraus. Zwei Brüder, die auszogen, Schlager, Chanson, Popmusik und Poesie zu einem eigenen Stil zu vereinen und so Musikgeschichte zu schreiben. Und das – wie wir heute wissen – mit Erfolg! Freuen Sie sich auf 5 CDs mit 100 ausgewählten Songs von Riesenhits über besondere Werke bis hin zu echten Raritäten.

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2Kommentare

  • Julian Weigel
    16.10.2022 13:16 Uhr

    Super ich hoffe ich gewinne die CD-Box 😁

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Julia
    20.10.2022 14:36 Uhr

    Mit anfänglicher Freude habe ich gestern schon den Artikel und das Interview gelesen. Um einen Kommentar zu schreiben, fehlte mir leider gestern Abend die Zeit. Jedoch gibt es im Interview etwas, was ich nicht einfach so stehenlassen kann.

    Zunächst einmal konnte ich auch selber wieder in Erinnerungen an die damalige Zeit mit dem einem oder anderem Konzert schwelgen. Es waren wirklich gute Zeiten, in vielerlei Hinsicht. Als ich Inhalte zum Thema Freigeist las, wurde ich aber schon stutzig und innerlich aufgewühlt. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Jogl so ein Freigeist ist und sich nicht von jedem etwas sagen lässt. Unter bestimmten Umständen kann es ja auch sogar gut sein, sein eigenes Ding zu machen. Auch was den gemiedenen Medienkonsum betrifft, kann ich ihn verstehen. Da geht es mir ähnlich. Ich nehme die aktuelle Situation war, versuche mich aber nicht da hineinzusteigern und besinne mich lieber auf die besseren Dinge des Lebens (oder ändere die Dinge zum Besseren, wenn das möglich ist).

    Anders ist meine Meinung aber beim Thema Corona. Sicher hat der Jogl damit recht, dass man nicht alles glauben soll, was in den Medien gezeigt wird. Auch muss man sich nicht jede Booster-Impfung holen, nur weil Politiker es empfehlen. Andersherum sollte jedoch auch nicht einfach alles blindlinks geglaubt werden, was Corona-Leugner aller Art von sich geben. Ich und viele andere sicher auch, kennen Personen, welche erkrankt waren oder sind. In meinem Fall waren unter anderem Personen mit Verläufen dabei, die im Krankenhaus behandelt werden mussten bzw. nach der Gesundung zu Hause noch monatelang Probleme hatten. Von einer Bekannten (die im Krankenhaus arbeitet) weiß ich außerdem, was vor allem 2020 und 2021 bezüglich des Patienten-Ansturms im Krankenhaus los war und dass eben nicht nur sehr alte Leute dort eingeliefert wurden. Bei denen lag das Sterberisiko zwar höher, aber auch junge Leute können nach einer Corona-Erkrankung unter Spätfolgen leiden.
    Diese Erfahrungen beziehen sich auf meine erlebte Realität, nicht auf irgendwelche Medienberichte. Und genau aufgrund dieser Erfahrungen kann ich einfach nicht verstehen, wenn Leute noch immer Corona leugnen oder unvorsichtig damit umgehen.
    Ganz gewiss, in diesem Punkt gebe ich Jogl wieder recht, müssen die Menschen in vielen Hinsichten wieder lernen nicht selbstgefällig zu sein und wieder aufeinander zu zugehen. Bezüglich auf Corona heißt das für mich aber auch, dass Querdenker nicht die Gesundheit ihrer Mitmenschen durch ihre Unvorsichtigkeit gefährden sollten. Denn wie kann man den schon ein schönes Leben haben, wenn man unter Long-Covid leidet oder gar im Krankenhaus beatmet werden muss?

    Auch wenn ich bezüglich des Virus-Themas mit dem Jogl vermutlich nicht einer Meinung bin, wünsche ich ihm in der Zukunft vor allem Gutes. In anderen Punkten, was den Frieden angeht oder den Wunsch, dass die Gesellschaft wiederzusammenrückt, stimme ich ihm auf alle Fälle zu.

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