RTL Group kauft Sky Deutschland: EU gibt finale Freigabe ohne Auflagen

22. Apr 2026

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RTL Group kauft Sky Deutschland: EU gibt grünes Licht
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EU-Kommission genehmigt RTL-Übernahme von Sky Deutschland ohne Auflagen. Abschluss 1. Juni 2026. 12,3 Mio. Abonnenten, 250 Mio. Euro Synergien erwartet.

Die Europäische Kommission hat den geplanten Erwerb von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen genehmigt. Damit ist der Weg frei für den ersten großen inländischen Zusammenschluss in der europäischen TV-Branche. Der Abschluss der Transaktion wird für den 1. Juni 2026 erwartet. Die RTL Group übernimmt im Zuge der Vereinbarung die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig, einschließlich der Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Die Übernahme erfolgt auf einer bargeld- und schuldenfreien Basis.

12,3 Millionen Abonnenten unter einem Dach

Mit dem Deal entsteht ein neues zukunftsfähiges Unterhaltungsunternehmen im deutschsprachigen Raum, das rund 12,3 Millionen zahlende Abonnenten von RTL+, Sky Deutschland und WOW unter einem Dach vereint. Durch den Zusammenschluss werden die Premium-Sportrechte von Sky Deutschland, darunter die Bundesliga, der DFB-Pokal, die Premier League und die Formel 1, mit den führenden Unterhaltungs- und Nachrichtenmarken von RTL über RTL+, Free-TV und Pay-TV zusammengeführt. Zudem werden zwei der in den vergangenen Jahren am schnellsten wachsenden Streaming-Angebote auf dem deutschen Markt, RTL+ und WOW, künftig gemeinsam betrieben. Die Zuschauer profitieren damit von einem erweiterten Zugang zu Live-Sport, Unterhaltung und Nachrichten über alle Kanäle hinweg.

250 Millionen Euro Synergien und Wettbewerb mit globalen Plattformen

Die RTL Group erwartet durch die Transaktion jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren nach Abschluss. Dabei handelt es sich überwiegend um Kostensynergien in allen Bereichen des Unternehmens. Ziel ist es, durch die Bündelung der Stärken von RTL und Sky besser mit globalen Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon oder Disney+ konkurrieren zu können. Laut RTL Group zeigt die Genehmigung der EU, dass inländische Zusammenschlüsse notwendig sind, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die industrielle Souveränität Europas im Medienbereich auszubauen.

Stimmen der CEOs zum Milliarden-Deal

Thomas Rabe, CEO der RTL Group, bezeichnete die Genehmigung als bedeutenden Meilenstein für das Unternehmen. Der Zusammenschluss verbessere die Möglichkeiten, in Deutschland und ganz Europa in Inhalte, Technologie und Talente zu investieren. Er betonte, dass der Erwerb von Sky Deutschland ein wichtiger erster Schritt sei, um europäische Medienunternehmen zu stärken. Auch Dana Strong, Group CEO von Sky, sprach von einem wichtigen Meilenstein. Sky Deutschland habe in den vergangenen drei Jahren erhebliche Fortschritte erzielt und erreiche so viele Kunden wie nie zuvor. Der Zusammenschluss mit RTL schaffe neue Chancen für beschleunigtes Wachstum und stärke das Geschäft langfristig. Geführt wird das zusammengeführte Unternehmen nach Abschluss der Transaktion von Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland. Er sieht in der Genehmigung ein starkes Signal für die Zukunft des deutschsprachigen Medienmarktes. Mit mehr als 12 Millionen Abonnenten sei man gut aufgestellt, um den ständigen Wandel des Videomarktes aktiv zu gestalten. Das Ziel sei ein innovatives und überzeugendes lokales Angebot über alle Kanäle hinweg, von unabhängigen Nachrichten über Premium-Unterhaltung bis hin zu Live-Sport für alle Budgets. Barny Mills, CEO von Sky Deutschland, ergänzte, dass Sky DACH aus einer Position der Stärke in diese nächste Phase gehe und damit gut für anhaltenden Erfolg als Teil von RTL aufgestellt sei.

Eckpunkte der Transaktion und Markenrechte

Bei Abschluss der Transaktion zahlt die RTL Group 150 Millionen Euro in bar an Comcast, die Muttergesellschaft von Sky, vorbehaltlich etwaiger Anpassungen. Zusätzlich wurde eine potenzielle variable Earn-Out-Zahlung von bis zu 377 Millionen Euro vereinbart. Diese richtet sich nach der Aktienkursentwicklung der RTL Group und kann von Comcast innerhalb von fünf Jahren ausgelöst werden, sofern der Aktienkurs 41 Euro übersteigt. Die RTL Group kann die Zahlung in Aktien, bar oder kombiniert leisten und hat dafür bereits 3,5 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Nach der Dividende für 2025 soll der Rückkauf um weitere rund 0,5 Millionen Aktien fortgesetzt werden. Im Rahmen einer separaten Markenlizenzvereinbarung erhält RTL das Recht, die Sky-Marke in der DACH-Region sowie in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol zu nutzen. Auch die Streaming-Marke WOW geht an RTL Deutschland über. Die Hauptsitze bleiben bestehen: RTL Deutschland in Köln, Sky Deutschland in München. PJT Partners war Berater von Comcast bei der Transaktion.

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