Anna-Carina Woitschack bedauert „Immer wieder sonntags“-Aus: „Die Leute lieben Schlager“
16. Aug 2026
Chefredaktion, Deine Schlagerwelt

Anna-Carina Woitschack bedauert das Aus von „Immer wieder sonntags“ und warnt vor weniger TV-Plattformen für Schlagerstars und Newcomer.
Das Ende von „Immer wieder sonntags“ beschäftigt weiterhin die Schlagerwelt. Nach mehr als drei Jahrzehnten wird die ARD-Unterhaltungsshow nach der Saison 2026 eingestellt. Nun hat sich auch Anna-Carina Woitschack dazu geäußert. Die Sängerin bedauert vor allem, dass damit eine weitere wichtige Fernsehplattform für Schlagerkünstler und Nachwuchstalente verschwindet.
Für Anna-Carina Woitschack ist „Immer wieder sonntags“ keine beliebige Fernsehsendung. Über viele Jahre war die Sängerin regelmäßig in dem Format zu sehen und präsentierte sich dort nicht nur musikalisch, sondern wirkte zeitweise auch in der „Starküche“ mit. Zudem ist die Show eng mit ihrer persönlichen Vergangenheit verbunden: Dort lernte sie 2016 den heutigen Moderator Stefan Mross kennen. Doch bei ihrer Reaktion auf das bevorstehende Ende der Sendung stellt Woitschack nicht ihre gemeinsame Vergangenheit mit Mross in den Mittelpunkt. Vielmehr richtet sie den Blick auf eine Entwicklung, die aus ihrer Sicht die gesamte Schlagerszene betrifft.
Anna-Carina Woitschack: „Plattformen für Künstler werden weniger“
„Ich finde es schade, dass die Plattformen für Künstler weniger werden“, erklärt Anna-Carina Woitschack in einem Interview mit „Der Westen“. Gerade für Newcomer seien entsprechende Fernsehsendungen von großer Bedeutung, weil sie dort die Möglichkeit erhalten, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. „Insofern wünsche ich mir, dass der Schlager weiterhin im Programm bleibt“, so die Sängerin.
Ihre Sorge kommt zu einem Zeitpunkt, an dem tatsächlich mehrere etablierte Musikformate nicht fortgeführt werden. Neben „Immer wieder sonntags“ wird beispielsweise auch „Die Beatrice Egli Show“ 2026 nicht fortgesetzt.
Woitschacks Aussagen zielen deshalb auf eine grundsätzliche Frage: Welche Möglichkeiten bleiben insbesondere neuen Künstlerinnen und Künstlern, sich abseits von Social Media, Streamingdiensten und eigenen Konzerten einem großen Fernsehpublikum vorzustellen?
„Die Leute lieben Schlager“
Dass fehlendes Interesse der Zuschauer grundsätzlich für die Entwicklung verantwortlich sei, glaubt Anna-Carina Woitschack nicht. Ihre Erfahrungen bei Live-Auftritten vermittelten ihr ein anderes Bild.
„Ich habe nicht das Gefühl, dass die Fans die Sendungen nicht wollen. Im Gegenteil: Man sieht bei den Live-Auftritten, dass die Leute Schlager lieben“, sagt die Sängerin.
Damit unterscheidet Woitschack deutlich zwischen der Nachfrage des Publikums und programmstrategischen Entscheidungen der Sender. Denn das Ende von „Immer wieder sonntags“ wurde vom zuständigen Südwestrundfunk nicht mit mangelndem Zuschauerinteresse begründet.
Im Gegenteil: Der SWR spricht selbst vom „großen Erfolg“ der Sendung. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler bezeichnete die Einstellung als „schmerzhafte Entscheidung“. Ausschlaggebend seien die wirtschaftliche Situation des Senders sowie finanzielle und strategische Gründe. Die bislang für die Sendung eingesetzten Mittel sollen nach Angaben des SWR teilweise eingespart und teilweise in neue digitale Unterhaltungsformate investiert werden.
Ein erfolgreicher TV-Klassiker verschwindet
Auch die Zahlen zeigen, dass „Immer wieder sonntags“ keineswegs als erfolgloses Format verabschiedet wird. Nach Angaben des SWR erreichte die Staffel 2025 durchschnittlich knapp 1,3 Millionen Zuschauer.
Die Geschichte der Sendung reicht bis ins Jahr 1995 zurück. Damals führte Max Schautzer durch das Format. Seit 1998 wird die Open-Air-Show im Europa-Park in Rust produziert. Nach einem Moderatorenwechsel zu Sebastian Deyle im Jahr 2004 übernahm Stefan Mross 2005 die Sendung und wurde in den folgenden zwei Jahrzehnten zu ihrem prägenden Gesicht.
Bis zum Beginn der letzten Staffel waren nach Angaben des SWR bereits 378 Folgen in 31 Staffeln produziert worden.
Gerade diese lange Geschichte macht die Einstellung zu einem bemerkenswerten Einschnitt in der deutschsprachigen Unterhaltungslandschaft.
Anna-Carina Woitschack sieht weiterhin Chancen für den Schlager
Von einem vollständigen Verschwinden des Schlagers aus dem Fernsehen spricht Anna-Carina Woitschack allerdings nicht. Sie verweist unter anderem auf weiterhin bestehende Sendungen von Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella sowie auf den „ZDF-Fernsehgarten“ mit Andrea Kiewel. Für Woitschack bleiben solche Formate wichtige Plattformen für das Genre.
Ihre Aussagen sind damit weniger als Kritik an einzelnen Sendern zu verstehen, sondern vielmehr als Plädoyer für die Sichtbarkeit des Schlagers im Fernsehen.
Insbesondere der Nachwuchs spielt dabei eine wichtige Rolle. „Immer wieder sonntags“ bot über viele Jahre nicht ausschließlich etablierten Namen eine Bühne. Auch neue Künstler konnten sich dort einem großen Publikum vorstellen. Der SWR hebt selbst hervor, dass Nachwuchskünstler regelmäßig die Möglichkeit erhielten, vor dem Fernsehpublikum aufzutreten.
Nach mehr als 30 Jahren steht der Abschied bevor
Die Entscheidung über das Ende fiel bereits im März 2026. Der federführende SWR und die ARD beschlossen gemeinsam, „Immer wieder sonntags“ ab 2027 nicht mehr fortzuführen.
Die Abschiedssaison umfasst zwölf reguläre Live-Sendungen. Am 6. September 2026 ist zusätzlich eine große Extra-Ausgabe zum Finale vorgesehen. Am 13. September 2026 folgt schließlich eine Best-of-Show.
Damit endet eines der langlebigsten Musik- und Unterhaltungsformate im deutschen Fernsehen.
Für Stefan Mross ist der Abschied besonders einschneidend. Seit 2005 steht er an der Spitze der Sendung und hat „Immer wieder sonntags“ über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt. Auch ARD-Programmdirektorin Christine Strobl würdigte seine Rolle und bezeichnete die Sendung als ein besonderes Stück Fernsehgeschichte.
Das Aus wirft eine größere Frage auf
Anna-Carina Woitschacks Reaktion macht deutlich, dass es beim Ende von „Immer wieder sonntags“ um mehr geht als um den Abschied von einer einzelnen Unterhaltungssendung.
Der Schlager ist im Fernsehen weiterhin präsent. Doch mit jedem wegfallenden Format reduziert sich die Zahl der regelmäßigen Bühnen, auf denen Künstler ihre Musik einem großen Publikum präsentieren können. Besonders für Nachwuchskünstler sind solche Möglichkeiten schwer zu ersetzen.
Ob neue digitale Formate diese Funktion künftig übernehmen können, bleibt abzuwarten. Der SWR hat ausdrücklich angekündigt, einen Teil der frei werdenden Mittel in die Entwicklung digitaler Unterhaltungsangebote zu investieren.
Anna-Carina Woitschack jedenfalls zweifelt nicht daran, dass es weiterhin ein Publikum für den Schlager gibt. Ihre Botschaft ist deutlich: Die Fans sind da – und sie wollen Schlager.
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