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Aus für „Immer wieder sonntags“ 2027: Sparzwang beim SWR – oder eine Frage der Prioritäten?

13. Mai 2026

Schlagerwelt Redaktion / Chefredaktion Deine Schlagerwelt Redaktion / Chefredaktion

Aus für „Immer wieder sonntags“ 2027 – Sparzwang beim SWR?
Aus für „Immer wieder sonntags“ 2027 – Sparzwang beim SWR?
© Stephan Pick
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SWR beendet „Immer wieder sonntags“ wegen Sparzwang – doch 2024 gab es 1,3 Mrd. Euro Etat. Intendant Gniffke: über 400.000 €. Stefan Mross: „Nicht fair“.

Der Südwestrundfunk beendet nach über 30 Jahren seine Kult-Sendung am Sonntagvormittag. Offiziell heißt es: wirtschaftliche Lage. Doch die öffentlich zugänglichen Zahlen werfen eine andere Frage auf: Hat der SWR wirklich ein Einnahmeproblem – oder nicht vielmehr ein Ausgabeproblem?

Was der SWR offiziell zur Absetzung von „Immer wieder sonntags“ mitteilt

Im März 2026 bestätigten SWR und ARD: „Immer wieder sonntags“ wird nach der Saison 2026 eingestellt. Die letzte Staffel startet am 31. Mai 2026 mit zwölf Live-Sendungen, dazu kommen eine Extra-Ausgabe am 6. September und das Best-of-Finale am 13. September 2026.

Programmdirektor Clemens Bratzler sprach laut Pressemitteilung von einer „schmerzhaften Entscheidung“, die angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation keine Alternative lasse.

Moderator Stefan Mross, seit 2005 das Gesicht der Sendung, zeigte sich dagegen enttäuscht. Gegenüber der „Freizeit Revue“ sagte er: 

Ich war schockiert. Damit hatten meine Freundin Eva und ich nicht gerechnet. Dass man sich nach 22 Jahren so trennt, ist nicht fair.

Stefan Mross

Die Zahlen, die der SWR selbst veröffentlicht

Nach dem Geschäftsbericht 2024, den der Südkurier zitiert, hatte der SWR 1,306 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon stammten knapp 1,09 Milliarden Euro aus dem Rundfunkbeitrag.

Trotz dieser Einnahmen schloss der Sender mit einem Minus von etwas über 33 Millionen Euro ab. Bemerkenswert: Verwaltungsratschef Hans-Albert Stechl erklärte dazu, dieses Defizit sei „Teil eines langfristig angelegten, strategischen Transformationsprozesses“. Geplant waren sogar 51,5 Millionen Euro Minus – man habe also besser abgeschnitten als geplant.

Bundesweit wurden 2024 rund 8,7 Milliarden Euro Rundfunkgebühren eingenommen. Allein der SWR nahm 2023 über 1,12 Milliarden Euro an Beiträgen ein.

Stellt sich die Frage: Wo bleibt das Geld, wenn ein langjähriges Erfolgsformat mit stabiler Reichweite gestrichen wird?

Was der Rechnungshof dazu sagt

Der Landesrechnungshof Baden-Württemberg stellte in einem 2024 bekanntgewordenen Prüfbericht fest, das Eigenkapital des SWR sei verzehrt und die Alters- und Pensionsversorgung stelle eine hohe finanzielle Belastung dar. Eine Zweckentfremdung des Rundfunkbeitrags wurde nicht festgestellt.

Die Prüfer empfehlen dem SWR deshalb, Tarifsteigerungen und Versorgungslasten künftig zu begrenzen, weil die Pensionszahlungen maßgeblich dafür verantwortlich seien, dass das Eigenkapital aufgezehrt sei.

Mit anderen Worten: Nach amtlicher Prüfung liegt das Problem nicht auf der Einnahmenseite.

Spitzengehälter während Programmabbau – muss man mehr dazu sagen?

Während „Immer wieder sonntags“ endet, blieben die Vergütungen der Führungsebene laut ARD-Transparenzberichten auf hohem Niveau:

  • SWR-Intendant Kai Gniffke kam 2024 auf eine Grundvergütung von 392.530 Euro – Platz 2 in der ARD. Mit Aufwandsentschädigungen und Sachbezügen lag er über 400.000 Euro.
  • ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, frühere SWR-Fernsehfilmchefin, bezog 2024 ein Grundgehalt von 284.827 Euro.

Darf man angesichts solcher Zahlen von einem reinen Sparzwang sprechen – oder müsste man nicht auch über interne Prioritäten diskutieren?

Es erinnert fast an jene Szene aus dem Film „Richie Rich“ (mit Macaulay Culkin – dem „Kevin“ aus „Kevin – Allein zu Haus“), in der der junge Erbe dem Vorstand seines Vaters entgegentritt und sagt: „Wenn wir sparen müssen – dann fangen wir am besten bei uns selbst an.“ Dabei deutet er auf die gut genährten Bäuche der Herren im Anzug. Ob dieses Prinzip auch für einen beitragsfinanzierten Sender gelten sollte, bleibt eine Frage, die der SWR bislang nicht beantwortet hat.

Warum die offizielle Begründung Fragen aufwirft

Öffentliche Statements sind das eine. Was hinter verschlossenen Türen entschieden wird, bleibt oft im Dunkeln.

Ex-SWR-Intendant Peter Voß warf den Öffentlich-Rechtlichen 2023 in der FAZ „Politikskandale und Greenwashing“ vor. Auch die sogenannte Strobl-Affäre wirft Licht auf Verflechtungen: 2022 ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den damaligen Innenminister Thomas Strobl wegen des Verdachts der verbotenen Mitteilung über Gerichtsverhandlungen, nachdem er bestätigt hatte, ein offizielles Anwaltsschreiben an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Der Landtag setzte einen Untersuchungsausschuss ein. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Auflage von 15.000 Euro eingestellt.

Ob solche Vorgeschichten das Vertrauen in rein wirtschaftliche Begründungen stärken, muss jeder Beitragszahler selbst beurteilen.

Ist es nur Wirtschaft – oder auch Programmstrategie?

In der Branchengeschichte hat es Fälle gegeben, in denen Beobachter den Verdacht äußerten, eine Absetzung diene auch dazu, personelle Veränderungen durchzusetzen. Trifft das hier zu?

Der SWR verweist ausschließlich auf wirtschaftliche Gründe. Stefan Mross spricht dagegen nicht von Geld, sondern von Fairness. Solange interne Protokolle nicht vorliegen, bleibt Raum für die Frage, ob die Entscheidung wirklich unvermeidbar war – oder ob ein Kulturgut mit hoher Zuschauerbindung einer internen Transformationsagenda geopfert wurde.

Das Fazit für die Beitragszahler

Nach den vorliegenden Zahlen nimmt der SWR über eine Milliarde Euro pro Jahr ein. Das Defizit ist eingeplant. Die Prüfer sehen die Ursache in Versorgungslasten, nicht in fehlenden Einnahmen.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Streichung von „Immer wieder sonntags“ weniger wie ein alternativloser Sparzwang – und mehr wie eine Entscheidung über Prioritäten. Ob man dafür ein 30-jähriges Sonntagsritual opfert, während Spitzenvergütungen und Pensionsverpflichtungen unangetastet bleiben, ist eine Frage, die der SWR bislang nicht beantwortet hat.

Quellenangaben:

Südkurier, zitiert nach Danisch, Hadmut: Der geplünderte Südwestrundfunk. danisch.de, 13.09.2025.
https://www.danisch.de/blog/2025/09/13/der-gepluenderte-suedwestrundfunk/ 
– Etat 2024: 1,306 Mrd. Euro, davon ca. 1,09 Mrd. aus Rundfunkbeiträgen; Jahresfehlbetrag 33,3 Mio. Euro; geplantes Defizit 51,5 Mio. Euro; Zitat Verwaltungsratschef Hans-Albert Stechl zum „strategischen Transformationsprozess“.

Finanztip: Rundfunkbeitrag 2026 (GEZ): Höhe der Gebühren. finanztip.de, Stand 2025.
https://www.finanztip.de/rundfunkbeitrag/ 
– Angabe: 2024 wurden rund 8,7 Mrd. Euro Rundfunkgebühren eingenommen (2023: 9 Mrd. Euro).

Wikipedia: Südwestrundfunk, Abschnitt „Organisation und Finanzen“ / „Finanzierung“. Abruf 13.05.2026.
https://de.wikipedia.org/wiki/Südwestrundfunk 
– Tabelle Beitragseinnahmen 2023: 1.112.853.555,19 Euro + 8.758.929,06 Euro Rückflüsse = 1.121.612.484,25 Euro.
– Prüfbericht Landesrechnungshof Baden-Württemberg 2024: Eigenkapital verzehrt, hohe Belastung durch Altersversorgung, keine Zweckentfremdung festgestellt, Empfehlung zur Begrenzung von Tarifsteigerungen.

Riedmeier, Glenn: Bis zu 427.900 Euro: So viel verdienten die Chefs der Öffentlich-Rechtlichen im Jahr 2024. fernsehserien.de, 21.10.2025. https://www.fernsehserien.de/news/bis-zu-427-900-euro-so-viel-verdienten-die-chefs-der-oeffentlich-rechtlichen-im-jahr-2024 – SWR-Intendant Kai Gniffke: Grundvergütung 2024 = 392.530 Euro (Platz 2).

DWDL.de: ARD-Gehälter: Buhrow erneut vorn, Demmer verdient am wenigsten. dwdl.de, Oktober 2024.
https://www.dwdl.de/nachrichten/104235/ 
– Gniffke mit Sachbezügen über 400.000 Euro; ARD-Programmdirektorin Christine Strobl 2024: 284.827 Euro Grundgehalt.

Kritik von Ex-Intendant Peter Voß. Mediendiskurs.online: Manipulationsvorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 22.08.2023. https://mediendiskurs.online/beitrag/manipulationsvorwuerfe-gegen-den-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-beitrag-1122/ – Zitat Voß in der FAZ zu „Politikskandalen und Greenwashing“.

Wikipedia: Thomas Strobl, Abschnitt „Polizei-Affäre“. Abruf 13.05.2026.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Strobl 
– Ermittlungen StA Stuttgart wegen Weitergabe eines Anwaltsschreibens an Journalisten, Einsetzung Untersuchungsausschuss 01.06.2022, Einstellung gegen Auflage von 15.000 Euro am 21.10.2022.

C3 Newsroom: „Immer wieder sonntags“-Aus: Stefan Mross zeigt sich enttäuscht – „Dass man sich nach 22 Jahren so trennt“. Joyn.de / BTS, Mai 2026.
https://www.joyn.de/bts/serien/immer-wieder-sonntags/immer-wieder-sonntags-aus-stefan-mross-zeigt-sich-enttaeuscht 
– Zitate: „Ich war schockiert. Damit hatten meine Freundin Eva und ich nicht gerechnet.“ / „Dass man sich nach 22 Jahren so trennt, ist nicht fair.“ / Moderation seit 2005.

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1Kommentar

  • Karin
    15.05.2026 14:37 Uhr

    Ich bin sehr enttäuschend das man ,wieder eine Musik Sendung streicht . Die super war die Herren sollten sich schämen den älteren Herrschaften,die nicht mehr aus dem Haus können solche Sendung zu streichen . Dafür kriegen wir die alten Filme,zum hundertsten mal serviert. Die sind ja billig und Brauch man nur abspielen

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