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Echte DSDS-Stars gibt es wohl nur im deutschen Schlager – Beatrice Egli, Ramon Roselly und Anna-Carina Woitschack sind bis heute musikalisch erfolgreich

12. Mai 2026

Schlagerwelt Redaktion / Chefredaktion Deine Schlagerwelt Redaktion / Chefredaktion

DSDS Schlager-Stars: Egli, Roselly, Woitschack – die 3 Erfolge
DSDS Schlager-Stars: Egli, Roselly, Woitschack – die 3 Erfolge
© Lars Laion/RTL/Stephan Pick
Schlager Stars TV und Medien Musik

Diese drei DSDS-Teilnehmer haben im Schlager wirklich abgeliefert: Beatrice Egli, Ramon Roselly und Anna-Carina Woitschack. Alle Rekorde, Chartplatzierungen und Karrieren im großen Faktencheck.

Seit 2002 sucht RTL den Superstar, gefunden hat der Sender im Schlager aber nur drei. Nicht zwanzig, nicht zehn. Drei. Während Sieger verschwanden und Gewinnerinnen den Namen wechselten, haben Beatrice Egli, Ramon Roselly und Anna-Carina Woitschack aus der Castingshow eine musikalische Karriere aufgebaut, die bis heute Charts, Konzerte und TV-Shows dominiert. Natürlich gibt es noch Prince Damien oder Pietro Lombardi – aber sie haben mehr ein Infuencer-Business aufgebaut und bedienen musikalisch eher das Genre Deutsch-Pop.

Beatrice Egli: Die Schweizerin, die aus 70,25 Prozent ein Jahrzehnt machte

Geboren am 21. Juni 1988 in Lachen im Kanton Schwyz, gewann Beatrice Egli im Mai 2013 das Finale der zehnten DSDS-Staffel mit 70,25 Prozent der Zuschauerstimmen. Ihre erste Single „Mein Herz“, von Dieter Bohlen geschrieben, stieg in der ersten Verkaufswoche in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz eins. Das Album „Glücksgefühle“ folgte sofort, landete auf Platz zwei in Deutschland und eroberte Platz eins in der Schweiz, wo es Platin erreichte, während es in Deutschland nach knapp vier Wochen Gold bekam.

Was danach kam, war kein typischer Casting-Absturz. „Bis hierher und viel weiter“ kam 2014 auf Platz drei in Deutschland und erneut auf Platz eins in der Schweiz, „Kick im Augenblick“ 2016 auf Platz drei, „Wohlfühlgarantie“ 2018 auf Platz zwei in Deutschland und wieder Platz eins in der Schweiz, „Natürlich!“ 2019 ebenfalls auf Platz zwei in Deutschland und Platz eins in der Schweiz. Mit „Alles was du brauchst“ holte sie 2021 erstmals Platz eins in Deutschland und zum sechsten Mal in Folge in der Schweiz, „Balance“ wiederholte 2023 das Doppel und wurde in Deutschland mit Gold ausgezeichnet.

Die Branche reagierte früh. 2014 gewann sie den Echo Pop als „Newcomer des Jahres (international)“, dazu den Prix Walo und drei Swiss Music Awards als Best Female Solo Act in den Jahren 2015, 2017 und 2021. Seit 2022 moderiert sie „Die Beatrice Egli Show“ im Ersten und SWR, 2024 kehrte sie als Jurorin zu DSDS zurück. Egli hat das Kunststück geschafft, vom Casting-Produkt zum echten Star zu werden, ohne das Genre zu verlassen.

Ramon Roselly: 80,82 Prozent, ein Wohnwagen und das erste Album, das nicht abstürzte

Ramon Roselly, geboren am 7. Dezember 1993 in Merseburg als Ramon Kaselowsky, wuchs mit fünf Schwestern in einer Zirkusfamilie auf und arbeitete vor DSDS als Gebäudereiniger. Im Finale der 17. Staffel holte er 80,82 Prozent der Stimmen, bis heute der höchste Wert, den je ein DSDS-Sieger erreicht hat.

Seine Siegerballade „Eine Nacht“ stieg in der ersten Woche auf Platz eins der deutschen Singlecharts. Einen Tag später erschien das Debütalbum „Herzenssache“ bei Universal, es stieg auf Platz zwei in Deutschland und auf Platz eins in Österreich, hielt sich 34 Wochen und wurde das erste Album eines DSDS-Gewinners überhaupt, das sich mindestens zehn Wochen in den Top 10 hielt. In Deutschland und Österreich gab es Gold für mehr als 107.500 verkaufte Einheiten.

Im Oktober 2020 bekam er die Goldene Henne als „Aufsteiger des Jahres“, 2021 wurde er gleich zweifach mit „Die Eins der Besten“ als Newcomer und als Sänger des Jahres geehrt. Mit „Lieblingsmomente“ legte er 2021 nach und erreichte erneut Platz zwei in Deutschland. Roselly lebt bis heute mit seiner Partnerin im Wohnwagen in Zschernitz.

Anna-Carina Woitschack: Achte bei DSDS, Erste in den Airplay-Charts

Anna-Carina Woitschack, geboren am 28. Oktober 1992 in Helmstedt, wurde 2011 nur Achte bei DSDS. Genau dieser frühe Abschied zwang sie, ohne Major-Maschinerie zu arbeiten, und genau das machte sie stark.

Nach Jahren im Aufbau kam der Durchbruch ab 2021. „Träumer“ erreichte Platz sechs in Deutschland, „Lichtblicke“ 2022 Platz fünf, „Meine Zeit“ 2024 Platz drei in Deutschland und Platz neun in Österreich, „Abenteuerlust“ 2025 Platz sieben. Vier ihrer Alben erreichten damit Top-Ten-Platzierungen.

Im Radio ist sie noch beständiger. Ihre Single „Ich will diesen Sommer“ hielt sich zehn Wochen in den deutschen Airplaycharts, 2022 kletterte „Mach das nochmal mit mir“ erstmals auf Platz eins der Schlager-Airplay-Charts und ihre aktuelle Single „Dieses Gefühl“ steht seit fünf Wochen an der Spitze. Parallel baute sie ein zweites Standbein im Fernsehen auf, gewann 2023 mit Vincent Gross RTL „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ und tanzt seit Februar 2026 bei „Let’s Dance“.

Woitschack ist der Beweis, dass DSDS kein Sprint ist. Wer als Achte lernt, ohne Bohlen zu überleben, kann zehn Jahre später die Charts anführen, während Sieger längst vergessen sind. Drei Lebensläufe, ein Muster. Egli, Roselly und Woitschack haben nie versucht, Popstars zu werden. Sie sind beim Schlager geblieben, haben live gespielt, Alben geliefert und das Publikum ernst genommen, das viele sonst belächeln.

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