
Der Paukenschlag nach 30 Jahren: Stefan Mross muss „Immer wieder sonntags“ beerdigen – und das Netz tobt
02. Mai 2026
Deine Schlagerwelt Redaktion / Chefredaktion

Es ist die Nachricht, die den deutschen Sonntagvormittag zerlegt. Am 22. März 2026 verkündete die ARD leise, fast beiläufig, was für Millionen eigentlich undenkbar war. Die traditionsreiche Schlager-Show „Immer wieder sonntags“ wird eingestellt. Trotz stabiler Quoten fällt das Format nach 30 Jahren den Sparmaßnahmen zum Opfer. Stefan Mross wird ein letztes Mal für die Sendung vor der Kamera stehen – nach drei Jahrzehnten.
Ein Ritual stirbt im Europa-Park

Seit 1995 gehört der Sonntag um zehn Uhr der ARD, dem Europa-Park in Rust und einer Bühne zwischen dem Hotel Krønasår und der Wasserwelt Rulantica. Mehr als 300 Ausgaben hat das Format überlebt, Krisen, Moderatorenwechsel und den harten Kampf gegen den ZDF-Fernsehgarten. Nach rund 30 Jahren wird 2026 die letzte Staffel ausgestrahlt, insgesamt sind noch 13 Live-Sendungen geplant. Die finale Saison beginnt Ende Mai und läuft über den Sommer, neben den regulären Ausgaben ist auch ein großes Abschlussfinale Anfang September vorgesehen, gefolgt von einer Best-of-Sendung. Ein Nachfolgeformat ist derzeit nicht geplant.
Der Fahrplan steht bereits. „Immer wieder sonntags 2026 mit Stefan Mross startet am 31. Mai im Europapark Rust in seine neue und zugleich auch letzte Saison.“ Vom 31. Mai bis zum 6. September läuft die Show jeweils von 10 bis 12 Uhr, am 13. September gibt es die allerletzte Best-Of-Ausgabe. Dann ist nach 31 Jahren und mehr als 370 Folgen endgültig Schluss.
Warum ausgerechnet jetzt?

Die offizielle Begründung klingt wie aus einem Geschäftsbericht. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler erklärte, die Einstellung sei eine schmerzhafte Entscheidung, die sehr sorgfältig abgewogen wurde und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt. Die wirtschaftliche Situation des SWR lasse keine andere Wahl. Man gehe diesen Schritt mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Stefan Mross und dem gesamten Team. Das Geld, so heißt es weiter, soll künftig in neue, vor allem digitale Unterhaltungsformate fließen, die jüngere Zielgruppen ansprechen.
Das ist der eigentliche Skandal für die Fans. Denn erfolgreich war die Sendung bis zuletzt. Noch zuletzt verfolgten im Schnitt über eine Million Zuschauer die Sendung am Sonntagvormittag. Im Sommer 2025 holte Mross regelmäßig 1,2 bis 1,45 Millionen Zuschauer und Marktanteile von über 17 Prozent, am 3. August sogar 1,45 Millionen bei 18,2 Prozent. Damit schlug er den Fernsehgarten oft deutlich. Sparen trotz Quote – das verstehen die Stammseher nicht.
Das Gesicht, das bleibt

ARD-Programmdirektorin Christine Strobl versuchte die Wunde zu kitten. Mehr als drei Jahrzehnte habe „Immer wieder sonntags“ den Sonntagvormittag mit Musik, Nähe und Lebensfreude geprägt. Vor allem Stefan Mross habe der Sendung als Nachfolger von Max Schautzer mit seiner unverwechselbaren Art ihr Gesicht und ihr Herz gegeben. Seit 2005 prägte der Trompeter aus dem Chiemgau die Show, führte nicht nur durch das Programm, sondern trat auch selbst musikalisch auf und sorgte mit humorvollen Rollen für Unterhaltung.
Mross selbst schwieg wochenlang. Anfang April brach er das Schweigen in einem Interview, das sofort viral ging. Sein Satz wurde zur Überschrift jeder Fan-Seite. „Wenn die Leute abschalten würden, würde ich denken, da habe ich was falsch gemacht. Aber die Leute hängen dran und von den Quoten her ist es eine der erfolgreichsten Shows im Marktanteil.“ Es war keine Abrechnung, es war eine Liebeserklärung an ein Publikum, das jeden Sonntag mit Kaffeetasse und Dirndl vor dem Fernseher saß.
Das Netz zwischen Wut und Petition
eit der Ankündigung kocht die Schlager-Community. Auf Facebook und Instagram postet die offizielle Seite weiter munter Casting-Aufrufe für das „Song-Dating“, doch in den Kommentaren kippt die Stimmung. Unter einem Post mit Mross vor dem Europa-Park-Logo sammeln sich hunderte Stimmen. Die einen teilen Petitions-Links mit der Bitte, die Sendung zu retten, die anderen schimpfen über den „Bayern-Affen Mross“ und feiern das Aus als überfällig. Wieder andere vergleichen bitter mit dem Fernsehgarten und fragen, warum ausgerechnet das Herzstück des SWR sterben muss.
Die Spaltung ist perfekt. Auf der einen Seite stehen die, die schreiben „Ich freue mich schon auf immer wieder Sonntag“, auf der anderen die, die posten „Freue mich riesig, nur schade dass die Sendung abgesetzt wird“. Dazwischen: Nostalgie, Wut, und sehr viele Herzchen-Emojis. Genau diese Mischung macht das Aus so viral. Es ist nicht nur eine Programm-Entscheidung, es ist ein Kulturkampf um den deutschen Sonntag.
Der letzte Sommer
Was bleibt, ist ein Abschied auf Raten. Dreizehn Mal wird Stefan Mross noch in Lederhose oder pinkem Sakko über die Bühne in Rust laufen, dreizehn Mal wird er Sommerhitkönige küren, dreizehn Mal wird er am Ende „Danke, bis nächsten Sonntag“ sagen, bis es keinen nächsten Sonntag mehr gibt.
Die ARD verspricht, dieses besondere Stück Fernsehgeschichte gemeinsam mit dem Publikum gebührend zu feiern. Alles hat seine Zeit, heißt es aus der Programmdirektion. Für die Fans hat diese Zeit allerdings gerade erst angefangen, und sie wollen sie nicht hergeben. Am 31. Mai werden sie wieder einschalten, nicht weil es neu ist, sondern weil es zum letzten Mal ist. Und genau deshalb wird dieser letzte Sommer lauter, emotionaler und quotenstärker als jeder davor.
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2Kommentare
- Jürgen03.05.2026 08:30 Uhr
Nur schade
Auf diesen Kommentar antworten - Renate Brixner03.05.2026 21:53 Uhr
Hallo warum er und nicht Andrea Kiewel .Sie macht fehler macht sich über andere lusig und sie darf weiter machen. Das ist nicht richtig. Sie gibt meher Geld aus und er nicht. Wenn ich sie wehere würde lieber Immer Sonntag weiter Senden . Weil sie glaubt sie hat gewonnen weil er nicht mehr da ist. Alle Zuschauer ob dort oder am Fernsehen freuen sich auf Stefan Mross und das soll jetzt worbei sein. Das ist scheiße. Über legen sie.
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Renate Brixner

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