Paulaner-Festzelt 2026: Kardinal Marx spendet Segen nach Wiesnstreit
12. Sep 2026
Chefredaktion, Deine Schlagerwelt

Nach dem monatelangen Wiesnstreit segnet Kardinal Reinhard Marx das neue Paulaner-Festzelt von Lorenz und Christine Stiftl.
Kardinal Reinhard Marx segnet das Paulaner-Festzelt unter neuer Wirtsfamilie Lorenz und Christine Stiftl
Nach monatelangen juristischen Auseinandersetzungen beginnt im Paulaner-Festzelt auf dem Münchner Oktoberfest 2026 eine neue Ära. Zwei Tage vor dem offiziellen Wiesn-Auftakt wird Kardinal Reinhard Marx das Festzelt mit der neuen Wirtsfamilie Lorenz und Christine Stiftl segnen.
Die Zeremonie findet am Donnerstag, 17. September 2026, um 9.30 Uhr auf der Theresienwiese statt. Der Termin ist offiziell im Kalender des Erzbistums München und Freising angekündigt. Der Kardinal soll um Schutz, Sicherheit und eine friedliche Wiesn für alle Mitarbeiter, Lieferanten, Musiker und Gäste bitten. Der kirchliche Segen setzt einen feierlichen Schlusspunkt unter eine turbulente Vorbereitungszeit, die vom Streit um die Vergabe großer Festzeltplätze und mehreren Gerichtsverfahren geprägt war.
Friedliche Wiesn 2026: Segen für Mitarbeiter und Gästeschrift
Bei der Segnung steht nicht nur das Paulaner-Festzelt als Gebäude im Mittelpunkt. Der Segen gilt vor allem den Menschen, die während des Oktoberfests dort arbeiten oder zu Gast sind.
Dazu zählen neben der Wirtsfamilie Lorenz und Christine Stiftl und den Beschäftigten auch Lieferanten, Musiker sowie Besucher aus München, Deutschland und aller Welt. Die Zeremonie soll für gegenseitigen Respekt, Sicherheit und ein friedliches Miteinander stehen. Das Oktoberfest 2026 beginnt am Samstag, 19. September, und dauert bis Sonntag, 4. Oktober. Nur zwei Tage vor dem Anstich wird damit im Paulaner-Festzelt ein bewusst ruhiger und festlicher Akzent gesetzt.
Paulaner-Festzelt dürfte der Mittelpunkt des Presserundgangs werden
Nur rund 30 Minuten nach Beginn der Segnung startet der traditionelle Presserundgang der Landeshauptstadt München. Ab 10 Uhr stellen Oberbürgermeister Dominik Krause und Wiesnchef Dr. Christian Scharpf die wichtigsten Neuerungen des Oktoberfests 2026 vor.
Der offizielle Rundgang beginnt im Volkssängerzelt Schützenliesl auf der Oidn Wiesn. Dennoch dürfte die Segnung im Paulaner-Festzelt zu den emotionalsten und medienwirksamsten Momenten des Tages gehören.
Lorenz und Christine Stiftl übernehmen das Paulaner-Festzelt
Für Lorenz und Christine Stiftl ist das Oktoberfest 2026 eine historische Premiere. Erstmals bewirtschaftet das Ehepaar das Paulaner-Festzelt, eine der größten und bekanntesten Festhallen auf der Theresienwiese.
Nach Angaben der Stadt München verfügt das Zelt über:
- 6.385 Sitzplätze im Innenbereich
- 1.980 weitere Plätze im Biergarten
- einen rund 24 Meter hohen Turm
- den charakteristischen Paulaner-Maßkrug als Wahrzeichen
Das Festzelt liegt unterhalb der Bavaria und in unmittelbarer Nähe zur Oidn Wiesn. Damit zählt es zu den markantesten Treffpunkten des Münchner Oktoberfests.
Die Maß Paulaner Oktoberfestbier kostet im Jahr 2026 dort 15,80 Euro. Die neue Wirtsfamilie möchte bayerische Lebensfreude, kulinarische Qualität und Gastfreundschaft miteinander verbinden. Nach dem langen Streit um die Zulassung erhält dieser Anspruch durch die Segnung eine zusätzliche symbolische Bedeutung.
Ex-Wiesnwirt Alexander Egger wollte den Aufbau des Festzelts verhindern
Die Vorbereitungen auf das Oktoberfest 2026 wurden von einem Rechtsstreit um die Vergabe großer Festzeltplätze überschattet. Der Münchner Gastronom Alexander Egger griff insbesondere die Vergabe des Paulaner-Festzelts und der Schottenhamel-Festhalle an.
Nach Eggers Auffassung hätten die wirtschaftlich besonders bedeutenden Standplätze europaweit nach den Regeln des Vergaberechts ausgeschrieben werden müssen.
Zunächst wollte Egger mit einem Eilantrag verhindern, dass die Verträge geschlossen und die beiden Festzelte wie geplant aufgebaut werden. Vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht scheiterte er damit im Juni.
Die Richter stoppten weder die Zulassungen noch den Aufbau. Dadurch erhielten die Stadt München, die beteiligten Brauereien und die neuen Wirte rechtzeitig Planungssicherheit. Der Aufbau des Paulaner-Festzelts konnte am 29. Juni beginnen und ohne die befürchtete Verzögerung fortgesetzt werden.
Hauptverfahren zum Wiesnstreit ist noch nicht entschieden
Am 11. September 2026 verhandelte das Bayerische Oberste Landesgericht das Hauptsacheverfahren. Im Mittelpunkt stand die grundsätzliche Frage, ob die Standplätze der großen Oktoberfestzelte dem europäischen Vergaberecht unterliegen.
Nach der vorläufigen Einschätzung des Gerichts besteht offenbar keine Verpflichtung zu einer europaweiten Ausschreibung. Entscheidend ist dabei, ob die Zulassung eines Wiesnwirtes rechtlich als sogenannte Dienstleistungskonzession einzustufen ist.
Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Frage, ob gegenüber der Stadt München eine verbindliche Betriebspflicht besteht. Nach der vorläufigen Rechtsauffassung des Gerichts lässt sich eine solche Verpflichtung aus den neuen Verträgen offenbar nicht eindeutig ableiten.
Eggers Anwälte widersprachen dieser Einschätzung. Sie halten es für realitätsfern, dass ein zugelassener Festwirt sein Zelt nicht tatsächlich betreiben müsse. Zudem beantragten sie eine Vorlage des Verfahrens an den Europäischen Gerichtshof. Das Bayerische Oberste Landesgericht sah dafür nach seiner vorläufigen Einschätzung jedoch keinen Anlass. Eine endgültige Entscheidung wurde am Verhandlungstag ausdrücklich noch nicht getroffen. Das Urteil soll am 16. Oktober 2026 verkündet werden – und damit erst nach dem Ende des Oktoberfests.
Wiesn 2026: Betrieb des Paulaner-Festzelts ist gesichert
Unabhängig vom Urteil im Oktober steht bereits fest: Der laufende Betrieb des Paulaner-Festzelts auf dem Oktoberfest 2026 ist nicht mehr gefährdet. Das Zelt konnte aufgebaut werden, die Vorbereitungen laufen planmäßig und Lorenz und Christine Stiftl können am 19. September ihre erste Wiesn im Paulaner-Festzelt eröffnen.
Sollte Alexander Egger im Hauptverfahren später doch noch Recht bekommen – was nach bisherigen Einschätzungen eher unwahrscheinlich sein könnte – dürften mögliche Folgen vor allem künftige Vergabeverfahren betreffen. Der konkrete Wiesnstart der neuen Wirtsfamilie ist dagegen gesichert.
Vom juristischen Streit zum kirchlichen Segen
Die Geschichte des Paulaner-Festzelts 2026 könnte kaum gegensätzlicher sein. Noch wenige Monate vor dem Oktoberfest ging es um Eilanträge, Vergaberecht, einen möglichen Baustopp und die Frage, ob das Zelt rechtzeitig errichtet werden kann.
Nun sind die Tischreihen aufgebaut, Küche und Schänke werden vorbereitet und die letzten Arbeiten vor der Eröffnung laufen. An die Stelle des juristischen Ringens tritt kurz vor dem Anstich ein feierlicher Moment.
Wenn Kardinal Reinhard Marx am 17. September den Segen spendet, beginnt für Lorenz und Christine Stiftl nicht nur eine neue gastronomische Aufgabe. Die Zeremonie markiert zugleich den symbolischen Beginn eines neuen Kapitels im Paulaner-Festzelt. Nach Monaten des Wiesnstreits richtet sich der Blick damit wieder auf das, wofür das Oktoberfest steht: bayerische Gastfreundschaft, Gemeinschaft und eine friedliche Wiesn 2026.
Quellen:
- https://www.erzbistum-muenchen.de/ueber-das-erzbistum/pressebereich/termine
- https://www.br.de/nachrichten/bayern/prozess-um-wiesnzelte-gericht-deutet-moegliche-entscheidung-an,VUv9seq
- https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/leben-in-bayern/detailansicht-leben-in-bayern/artikel/gericht-gibt-gruenes-licht-fuer-aufbau-der-wiesn-zelte.html#topPosition
- https://www.sueddeutsche.de/muenchen/oktoberfest-2025-muenchen-paulanerzelt-stiftl-wiesn-li.3312584
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