Streit im Paulaner-Festzelt? Wir waren vor Ort – so erlebten wir den vermeintlichen Eklat um die Schankkellner!
30. Sep 2026
Chefredaktion, Deine Schlagerwelt

Streit im Paulaner-Festzelt: Radio Deine Schlagerwelt war vor Ort und schildert eigene Beobachtungen zum vermeintlichen Eklat um Schankkellner.
Einige Schankkellner legen im Paulaner-Festzelt auf dem Oktoberfest 2026 ihre Arbeit nieder. Doch was ist wirklich passiert? Während inzwischen unterschiedliche Darstellungen über den Streit mit Festwirt Lorenz Stiftl kursieren, war Radio Deine Schlagerwelt selbst vor Ort. Unsere Beobachtungen zeichnen in entscheidenden Punkten ein anderes Bild als Teile der anschließend öffentlich verbreiteten Version mit Spekulationen.
München • Der Streit um mehrere Schankkellner im Paulaner-Festzelt sorgt auf dem Oktoberfest 2026 für Schlagzeilen. Insgesamt sieben Mitarbeiter aus dem Schankbereich legten nach einer Auseinandersetzung ihre Arbeit nieder.
Die „Abendzeitung“ berichtete am 29. September über den Vorfall und machte zugleich deutlich: Über den genauen Ablauf gibt es unterschiedliche Darstellungen. Unsere Redaktion war selbst vor Ort und hat wesentliche Vorgänge rund um die Auseinandersetzung unmittelbar beobachtet. Dabei entstand in mehreren entscheidenden Punkten ein anderes Bild als jenes, das anschließend teilweise öffentlich vermittelt wurde.
Streit im Paulaner-Festzelt: Alkoholkonsum spielte eine zentrale Rolle
Nach der gegenüber der „Abendzeitung“ geschilderten Version der Wirtsseite traf Festwirt Lorenz Stiftl zwei Schankkellner in einem Vorraum zu einem Kühlbereich beim Biertrinken an. Für Mitarbeiter des Festzelts gilt nach Darstellung der Wirtsseite während der Arbeitszeit ein striktes Alkoholverbot. Eine Unterweisung fand am 17.09.2026 im Paulaner Festzelt statt.
Auch die Beobachtungen von Radio Deine Schlagerwelt sprechen dafür, dass Alkoholkonsum von Mitarbeitern des Schankbereichs eine wesentliche Rolle bei der Entstehung des Konflikts spielte. Unsere Redaktion nahm im Zusammenhang mit der betreffenden Gruppe Alkoholkonsum während der Arbeitszeit wahr. Damit deckt sich unsere Wahrnehmung im Kern mit der Darstellung der Wirtsseite.
Angeblicher Streit wegen des Essens? Das haben wir vor Ort anders erlebt
Im Nachgang des Vorfalls wurden aus dem Umfeld der Mitarbeiter auch andere Gründe für den Konflikt genannt. Dabei soll unter anderem die Mitarbeiterverpflegung beziehungsweise das Essen eine Rolle gespielt haben.
Nach dem, was unsere Redaktion unmittelbar vor Ort beobachten konnte, war ein Streit über das Essen jedoch nicht der erkennbare Auslöser der von uns wahrgenommenen Auseinandersetzung und ist vermeintlich frei erfunden.
Der Konflikt stand nach unserer Wahrnehmung vielmehr im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum während der Arbeitszeit und eines respektlosen Verhaltens gegenüber Vorgesetzten. So wurden Schankkellner mehrfach von anderen Mitarbeitern des Festzeltes höflich auf ein Unterlassen des Alkoholkonsums hingewiesen.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Darüber hinaus gibt es für alle Mitarbeiter eine Außenterasse mit Sonnenschirm und Biergartenbestuhlung, sowie eine tägliche Essensausgabe mit 2 Gerichten (eine vegane Alternative) von 11:00 bis 21:00 Uhr.
Mitglieder der Gruppe filmten während Bedienungen einsrpangen
Während die Schankkellner ihren Arbeitsplatz verließen und sofort die Festzeltbedienungen kollegial einsprangen, fiel unserer Redaktion ein weiterer Umstand auf. Mehrere Personen aus der betreffenden Gruppe filmten vermeintlich Teile des Geschehens mit ihren Mobiltelefonen und informierten zeitnah die Presse. Auch dieser Ablauf ist für die Einordnung relevant, weil sich kurze Zeit später unterschiedliche Versionen über Ursache und Verlauf des Streits verbreiteten und Journalisten den Festwirt kontaktierten.
Schankkellner gehen – aber war es wirklich spontane Solidarität?
Besonders erklärungsbedürftig ist aus unserer Sicht der Eindruck, mehrere voneinander unabhängige Mitarbeiter hätten sich spontan aus Solidarität ihren Kollegen angeschlossen. Öffentlich wurde berichtet, weitere Schankkellner hätten sich nach dem ursprünglichen Konflikt solidarisiert und legten schließlich ihre Arbeit nieder.
Unsere Beobachtungen und die Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Bei den betreffenden Beschäftigten handelte es sich nach unseren Informationen um Angehörige beziehungsweise Mitglieder einer bereits miteinander verbundenen Gruppe, die gemeinsam arbeitet. Die Mitarbeiter schlossen sich demnach nicht erst aufgrund dieses Vorfalls als Gruppe zusammen. Dieser Hintergrund ist für die Bewertung der gemeinsamen Arbeitsniederlegung relevant.
Älterer Mitarbeiter übernahm nach unserer Beobachtung eine bestimmende Rolle
Besonders auffällig war während der Situation das Auftreten eines älteren Mitarbeiters aus dieser Gruppe. Dieser Mann nahm innerhalb der Gruppe eine deutlich bestimmende Rolle ein. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten erlebten wir als wiederholt konfrontativ und ausgesprochen unfreundlich.
Für unsere vor Ort anwesende Redaktion entstand deshalb nicht der Eindruck, dass sämtliche Beteiligten völlig unabhängig voneinander agierten. Vielmehr war eine ausgeprägte Gruppendynamik mit einer Abhängigkeit untereinander erkennbar. Vereinzelte der Gruppe beteuerten, dass sie auch gehen müssten und hätten durchaus gerne weiter im Paulaner-Festzelt gearbeitet.
Ein individueller Verbleib soll für sie jedoch schwierig gewesen sein, weil sie befürchtet hätten, anschließend aus dem bestehenden Zusammenschluss ausgeschlossen beziehungsweise künftig nicht mehr gemeinsam mit der Gruppe eingesetzt zu werden.
Diese Angaben konnte Radio Deine Schlagerwelt nicht unabhängig verifizieren. Wir geben sie deshalb ausdrücklich als Informationen aus dem Umfeld der Beteiligten wieder und nicht als feststehende Tatsache.
Sollten diese Schilderungen zutreffen, würde dies allerdings die Darstellung einer ausschließlich spontanen Solidaritätsaktion in einen anderen Kontext stellen.
Trotz fehlender Schankkellner: Kein Engpass beim Bierausschank!
Was anschließend geschah, ist für die Einordnung ebenso wichtig. Nach eigener Beobachtung kam es zu keinem für die Gäste erkennbaren Engpass beim Bierausschank. Die verbliebene Mannschaft reagierte unmittelbar. Erfahrene Schankkellner und Bedienungen sprangen ein und übernahmen zusätzliche Aufgaben. Dadurch konnte der laufende Betrieb auch während der stark frequentierten Abendreservierungen aufrechterhalten werden.
Mehr als 8.000 Plätze: Paulaner-Festzelt gehört zu den großen Wiesnzelten
Welche Herausforderung ein solcher Personalausfall darstellen kann, zeigt bereits die Dimension des Paulaner-Festzelts. Das Zelt verfügt 2026 nach offiziellen Angaben über 6.385 Sitzplätze im Innenbereich und weitere 1.980 Plätze im Außenbereich.
Damit können insgesamt mehr als 8.000 Gäste Platz finden. Gerade während der Abendreservierungen ist ein reibungslos funktionierender Service- und Schankbetrieb deshalb von entscheidender Bedeutung. Dass die Situation nach dem Weggang der Schankkellner ohne einen für die Gäste erkennbaren Zusammenbruch aufgefangen werden konnte, zeigt, wie schnell die verbliebene Mannschaft reagierte. Seit Dienstag sind bereits neue erfahrene Schankkellner im Einsatz.
Körperlicher Streit ist haltlos
Auch über diesen Punkt kursieren unterschiedliche Darstellungen in der Presse. Nach dem Bericht der „Abendzeitung“ gibt es aus Bedienungskreisen die Darstellung, dass der Streit körperlich geworden sei. Die Sprecherin des Festwirts widerspricht dem laut AZ ausdrücklich. Eine körperliche Auseinandersetzung aus eigener Beobachtung können wir nicht bestätigen. Hingegen reagierte der betrunkene Schankkellner verbal aggressiv.
Wir übernehmen die Behauptung einer körperlichen Auseinandersetzung deshalb ausdrücklich nicht als feststehende Tatsache. Gerade bei einem Konflikt, bei dem mehrere Seiten unterschiedliche Versionen schildern, ist diese Trennung journalistisch entscheidend: Eine Behauptung wird nicht dadurch zur erwiesenen Tatsache, dass sie gegenüber einem Medium geäußert wurde – aber Schlagzeilen verkaufen sich bekanntlich besser.
Christine und Lorenz Stiftl führen das Paulaner-Festzelt erstmals 2026
Der Personalstreit ereignet sich in der ersten Oktoberfest-Saison von Christine und Lorenz Stiftl als Wirtepaar des Paulaner-Festzelts. 2026 übernahmen die Stiftls erstmals das traditionsreiche Großzelt. Zuvor führten sie bis 2025 erfolgreich das Volkssängerzelt Schützenlisl auf der Oidn Wiesn.
Lorenz Stiftl hatte noch nach dem ersten Wiesn-Wochenende gegenüber der „Abendzeitung“ von der großen Verantwortung gesprochen, die mit der Leitung eines Festzelts dieser Dimension verbunden ist. Als die Schankkellner am auschecken waren, wurden zwei aus der Gruppe respektlos gegenüber dem Wirt. Lorenz Stiftl verhielt sich besonnen, äußerte sich nicht weiter dazu und ging zurück ins Festzelt.
Das Paulaner-Festzelt gehört zu den bekanntesten Zelten des Oktoberfests. Sein weithin sichtbares Wahrzeichen ist der große, sich drehende Paulaner-Maßkrug auf dem Turm.
0Noch keine Kommentare

Paulaner Festzelt: Wiesn-Küche im Geschmackstest
Radio Deine Schlagerwelt testet die Küche im Paulaner Festzelt: Cordon bleu, Leberknödelsuppe und Zwetschgenknödel überzeugen mit Handwerk.
Paulaner-Festzelt 2026: Kardinal Marx spendet Segen nach Wiesnstreit
Nach dem monatelangen Wiesnstreit segnet Kardinal Reinhard Marx das neue Paulaner-Festzelt von Lorenz und Christine Stiftl.
Alphaville-Eklat: Sind Festivals die Zukunft der Live-Musik?
Der Alphaville-Streit beim Glücksgefühle Festival löste eine Debatte über Meinungsfreiheit aus. Zugleich geraten Einzelkonzerte unter Druck. Was hat Zukunft?TETRAPACK rockt 2026 das Paulaner Festzelt
TETRAPACK aus Erding spielt täglich im Paulaner Festzelt. Bandchef Patrik erzählt vom Wiesn-Debüt, 8.000 Gästen und dem Wiesnhit 2026.

Mediathek

Max Weidner „Seele tätowiert“
„Seele tätowiert“ von Max Weidner verbindet bekannte persönliche Elemente mit einem modernen Sound und einer emotionalen Geschichte.
Monsano Miracolo „Das ist Karma“
„Das ist Karma“ von Monsano Miracolo erzählt von enttäuschtem Vertrauen, vom Loslassen und von der Erkenntnis, dass Vergebung nicht bedeutet, zu vergessen.
Kerstin Ott „1000x Nein“
Man weiß, dass eine Person einem nicht guttut, und doch bleibt da diese Anziehung, die Erinnerung an Vertrautheit und die Versuchung, schwach zu werden.
Neonlicht „Komm wir lassen los“
Die neue Single von Neonlicht „Komm wir lassen los“ gibt es nun auch als Musikvideo – Nicht nachdenken und nur das „Du und Ich“ leben.
Vincent Gross und Tim Peters „Ich frage für nen Freund“
Tim Peters und Vincent Gross machen gemeinsame Sache und droppen den Song „Ich frage für nen Freund“.
Monsano Miracolo „Ich brauche dich zum träumen“
Das Musikvideo "Ich brauche dich zum Träumen" von Monsano Miracolo ist eine Reise nach Venedig, auf der Suche nach dem, was bleibt.
Monsano Miracolo „Wenn du heute Nacht bei mir bist“
Das offizielle Musikvideo „Wenn du heute Nacht bei mir bist“ aus dem Album „Das nennt man Liebe“ von Monsano Miracolo.
Beatrice Egli „Mein Herz“
Mit dem Song „Mein Herz“ – komponiert von Dieter Bohlen – wurde Beatrice Egli Deutschlands Superstar. Das Musikvideo zählt über 44 Millionen Aufrufe.
Album-Tipp!















