Paulaner Festzelt im großen Geschmackstest: Das neu geführte Wiesnzelt von Lorenz und Christine Stiftl – wenn Wiesn-Küche noch echtes Handwerk ist
28. Sep 2026
Chefredaktion, Deine Schlagerwelt

Radio Deine Schlagerwelt testet die Küche im Paulaner Festzelt: Cordon bleu, Leberknödelsuppe und Zwetschgenknödel überzeugen mit Handwerk.
Frisch paniertes Cordon bleu, über Nacht gekochte Rinderbrühe und handgedrehte Zwetschgenknödel: Die Musikredaktion von Radio Deine Schlagerwelt hat sich durch das Mittagsangebot im Paulaner Festzelt probiert. Unser Eindruck fällt deutlich aus: Hier kommt bei der Wirtsfamilie Lorenz und Christine Stiftl weit mehr als bloße Festzeltverpflegung auf den Tisch.
Wer bei einem der größten Festzelte des Oktoberfests automatisch an Massenabfertigung, Warmhaltebehälter und Convenience-Küche denkt, könnte beim Blick hinter die Kulissen überrascht werden. Denn enorme Gästezahlen und handwerkliche Küche müssen sich offenbar nicht ausschließen.
Die Musikredaktion von Radio Deine Schlagerwelt war zum Mittagessen im Paulaner Festzelt und hat drei Gerichte probiert: Leberknödelsuppe, Cordon bleu mit Kartoffel-Gurken-Salat und zum Abschluss Zwetschgenknödel mit Vanillesoße und Zwetschgenröster.
Dabei ging es uns nicht darum, einem Festzelt einen Gefallen zu tun. Entscheidend war, was tatsächlich auf dem Teller landete – und wie es schmeckte.
Cordon bleu für 14,90 Euro: frisch paniert und goldbraun gebraten

Das Mittagsgericht des Tages sorgte bereits beim Servieren für eine Überraschung: Cordon bleu mit lauwarmem Bio-Bayern-Kartoffel-Salat für 14,90 Euro. Gerade auf dem Oktoberfest ist das angesichts des Preisniveaus eine Ansage. Noch wichtiger ist allerdings das Produkt selbst. Unser Cordon bleu machte keineswegs den Eindruck eines Gerichts, das längere Zeit auf seinen Einsatz gewartet hatte. Die Panade war goldbraun gebraten und frisch, das Fleisch darunter zart.
Beim Anschneiden kam die klassische Füllung zum Vorschein: geschmolzener Käse und saftiger Hinterschinken. Der Käse gab dem Gericht die gewünschte Schmelzigkeit, während der Schinken geschmacklich deutlich wahrnehmbar blieb. Dazu der Kartoffel-Salat: bewusst lauwarm serviert, saftig und eine angenehm bodenständige Begleitung zum panierten Fleisch. Für 14,90 Euro bekamen wir damit ein Mittagessen serviert, das nicht nur beim Preis, sondern vor allem beim Geschmack überzeugte.
Leberknödelsuppe: Hier beginnt die Arbeit schon am Vortag

Noch interessanter wird es bei der Vorspeise. Für 10,80 Euro kam eine Leberknödelsuppe in der klassischen Löwenkopfterrine auf den Tisch. Eine kräftige, goldene Brühe und darin ein handgemachter Leberknödel. Was hinter einer vermeintlich einfachen Suppe steckt, erklärt Küchendirektor K. Joe Gasser. Nach seinen Angaben wird die Brühe tatsächlich über Nacht gekocht.
Die Suppe wird wirklich über Nacht gekocht – mit Ochsenbrust (Niederteperatur), schönem Wurzelgemüse, ein bisschen Wacholderbeeren, Lorbeerblättern, Muskatnuss und Meersalz.
Und genau diese Arbeit schmeckt man. Die Brühe besitzt Tiefe und einen kräftigen Fleischgeschmack, ohne unangenehm schwer zu wirken. Die Gewürze drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern bilden gemeinsam mit dem Wurzelgemüse eine runde Grundlage.
Der Leberknödel selbst präsentierte sich bei unserem Besuch ebenfalls anders, als man es bei industrieller Massenware erwarten würde: handgemacht, aromatisch und mit frischem Majoran abgeschmeckt. Gerade der Majoran gibt dem Knödel jene typische süddeutsch-bayerische Würze, die zu einer guten Leberknödelsuppe gehört. Gasser spricht über seine Küche nicht wie jemand, der lediglich große Mengen möglichst schnell über den Pass bekommen möchte. Man merkt ihm das Herzblut für sein Handwerk an. Und das ist bei den Dimensionen eines Oktoberfestzeltes durchaus bemerkenswert.
Zwetschgenknödel: Handgedreht statt Einheitsdessert

Beim Dessert setzt sich diese Linie fort. Für 13,50 Euro wurden uns Bio-Bayern-Zwetschgenknödel serviert. Die Knödel werden nach Angaben des Festzelts von der Bio-Bäckerei Gürtner frisch und von Hand gedreht und eigens für das Paulaner Festzelt hergestellt.
Auf dem Teller treffen die warmen Knödel auf eine frisch hausgemachte Bio-Vanillesoße. Sie war bei unserem Besuch intensiv vanillig, angenehm sämig und harmonierte hervorragend mit der Säure der Zwetschgen.
Dazu kamen selbst eingekochte Bio-Zwetschgenröster. Gerade diese Kombination funktioniert: Süße Vanillesoße, fruchtige Säure der Zwetschgen und der weiche Knödel ergeben zusammen ein Dessert, das wesentlich näher an klassischer Wirtshausküche als an standardisierter Großgastronomie liegt.
Ein Festzelt mit Tausenden Gästen – und trotzdem wird gekocht
Natürlich bleibt ein Besuch immer eine Momentaufnahme. Ein Cordon bleu kann an einem anderen Tisch länger liegen, ein Knödel einmal fester geraten und bei Tausenden ausgegebenen Essen kann nicht jeder Teller identisch sein. Genau deshalb sollte man bei der Bewertung einer solchen Küche zwischen einem einzelnen Teller und der grundsätzlichen Herstellungsweise unterscheiden.
Bei unserem Besuch war das Ergebnis jedenfalls eindeutig: Das Cordon bleu kam frisch paniert und goldbraun auf den Tisch. Die Leberknödelsuppe überzeugte mit einer über Nacht angesetzten Brühe und handwerklich hergestelltem Knödel. Beim Dessert standen handgedrehte Zwetschgenknödel, hausgemachte Vanillesoße und selbst eingekochter Zwetschgenröster vor uns.
Das sind überprüfbare Unterschiede zur Vorstellung, in einem großen Festzelt müsse zwangsläufig alles aus Eimer, Packung oder Warmhaltebehälter kommen.
K. Joe Gasser zeigt, was hinter Wiesn-Küche steckt
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Überraschung dieses Mittagessens. Ein Festzelt dieser Größenordnung ist gastronomisch eine gewaltige logistische Operation. Innerhalb weniger Stunden müssen enorme Mengen produziert, angerichtet und serviert werden. Trotzdem versucht die Küchenmannschaft um K. Joe Gasser offenbar, dort Handwerk zu erhalten, wo es unter diesen Bedingungen möglich ist.
Und am Ende hilft keine Theorie. Der Gast bewertet das, was vor ihm steht. Bei unserem Besuch standen drei Teller beziehungsweise Terrinen vor uns, die geschmacklich überzeugten und deren Herstellungsweise uns Küchendirektor Gasser erläuterte.
Unser Mittag im Paulaner Festzelt war deshalb keine kulinarische Notlösung zwischen zwei Maß Bier, sondern überraschend bodenständige bayerische Küche.
Das Cordon bleu für 14,90 Euro war dabei fast schon die größte Überraschung: frisch paniert, goldbraun gebraten, zartes Fleisch, schmelzender Käse und saftiger Hinterschinken – dazu lauwarmer Kartoffel-Gurken-Salat. Oder weniger journalistisch formuliert: Es war schlicht ein Schmaus für den Gaumen.
0Noch keine Kommentare

Paulaner-Festzelt: Gelungener Wiesn-Start für die Stiftls
Christine und Lorenz Stiftl starten erfolgreich als neue Wirte des Paulaner-Festzelts auf dem Münchner Oktoberfest – Regionale Bio-Küche und Live-Musik.
Paulaner-Festzelt 2026: Kardinal Marx spendet Segen nach Wiesnstreit
Nach dem monatelangen Wiesnstreit segnet Kardinal Reinhard Marx das neue Paulaner-Festzelt von Lorenz und Christine Stiftl.TETRAPACK rockt 2026 das Paulaner Festzelt
TETRAPACK aus Erding spielt täglich im Paulaner Festzelt. Bandchef Patrik erzählt vom Wiesn-Debüt, 8.000 Gästen und dem Wiesnhit 2026.
Alexander Egger scheitert: Gericht gibt grünes Licht für Oktoberfest-Zelte
Alexander Egger scheitert: Das Bayerische Oberste Landesgericht hat den Eilantrag gegen die Vergabe der Oktoberfest-Zelte abgewiesen.

Mediathek

Max Weidner „Seele tätowiert“
„Seele tätowiert“ von Max Weidner verbindet bekannte persönliche Elemente mit einem modernen Sound und einer emotionalen Geschichte.
Monsano Miracolo „Das ist Karma“
„Das ist Karma“ von Monsano Miracolo erzählt von enttäuschtem Vertrauen, vom Loslassen und von der Erkenntnis, dass Vergebung nicht bedeutet, zu vergessen.
Kerstin Ott „1000x Nein“
Man weiß, dass eine Person einem nicht guttut, und doch bleibt da diese Anziehung, die Erinnerung an Vertrautheit und die Versuchung, schwach zu werden.
Neonlicht „Komm wir lassen los“
Die neue Single von Neonlicht „Komm wir lassen los“ gibt es nun auch als Musikvideo – Nicht nachdenken und nur das „Du und Ich“ leben.
Vincent Gross und Tim Peters „Ich frage für nen Freund“
Tim Peters und Vincent Gross machen gemeinsame Sache und droppen den Song „Ich frage für nen Freund“.
Monsano Miracolo „Ich brauche dich zum träumen“
Das Musikvideo "Ich brauche dich zum Träumen" von Monsano Miracolo ist eine Reise nach Venedig, auf der Suche nach dem, was bleibt.
Monsano Miracolo „Wenn du heute Nacht bei mir bist“
Das offizielle Musikvideo „Wenn du heute Nacht bei mir bist“ aus dem Album „Das nennt man Liebe“ von Monsano Miracolo.
Beatrice Egli „Mein Herz“
Mit dem Song „Mein Herz“ – komponiert von Dieter Bohlen – wurde Beatrice Egli Deutschlands Superstar. Das Musikvideo zählt über 44 Millionen Aufrufe.
Album-Tipp!















