Stream-Gigant Spotify sanktioniert Musikurheber: Tantiemen unter 1000 Streams einbehalten

05. Feb 2024, Mirco Clapier (Chefredaktion)

Stream-Gigant Spotify sanktioniert Musikurheber: Tantiemen unter 1000 Streams einbehalten
Stream-Gigant Spotify sanktioniert Musikurheber: Tantiemen unter 1000 Streams einbehalten
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Ein Blick hinter die Kulissen von Spotify: Musikurheber erhalten erst Tantiemen ab 1000 Streams. Kritik, ökonomische Gründe und Auswirkungen auf Künstler.

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Spotify, der führende Musikstreaming-Dienst weltweit, hat erneut für Kontroversen in der Musikindustrie gesorgt. Eine kürzlich angekündigte Politik, nach der Künstler für ihre Werke erst dann Tantiemen erhalten, wenn diese mehr als 1.000 Streams erreichen, hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Diese Maßnahme, die darauf abzielt, die Verteilung von Tantiemen effizienter zu gestalten und betrügerische Streams zu bekämpfen, hat bei vielen Musikschaffenden für Unmut gesorgt​.

Kritik an der neuen Tantiemenpolitik

Spotify hat seine neue Tantiemenpolitik mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit verteidigt, die Auszahlungen effizienter zu gestalten und die Kosten zu senken. Angesichts der anhaltenden finanziellen Herausforderungen, einschließlich signifikanter Verluste in den vergangenen Quartalen, scheint diese Maßnahme auch ein Versuch zu sein, die Rentabilität des Unternehmens zu verbessern. Trotz eines beeindruckenden Wachstums bei den Nutzerzahlen und Einnahmen bleibt die Frage der nachhaltigen Künstlervergütung ein umstrittenes Thema​. Fakt ist, das Urheberrechte beschnitten und verletzt werden, indem man sich an die Tantiemen anderer bereichert, die einem gar nicht gehören. 

Die Rolle der Algorithmen

Die Rolle von Spotifys Algorithmen bei der Musikempfehlung und -promotion verstärkt zusätzlich die Bedenken hinsichtlich der neuen Tantiemenregelung. Es besteht die Sorge, dass Algorithmen, die auf Popularität und Streaming-Zahlen basieren, dazu führen könnten, dass Musik, die nicht sofort 1.000 Streams erreicht, weniger Sichtbarkeit und Förderung erhält. Dies könnte eine homogenisierte Musiklandschaft schaffen, in der nur bereits beliebte Titel und Künstler gefördert werden, während neue und experimentelle Werke an den Rand gedrängt werden. Nun, für Major Labels wie Universal Music ist dies nur wünschenswert. 

Wer profitiert wirklich von den Sanktionen?

Während Spotify seine Position als unangefochtener Marktführer im Musikstreaming-Sektor festigt, werfen die jüngsten Entscheidungen des Unternehmens ernsthafte Fragen bezüglich der Fairness, der Unterstützung für Künstler und der kulturellen Vielfalt auf. Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten, mit denen Spotify konfrontiert ist – darunter hunderte Millionen Dollar an jährlichen Verlusten, der Abbau tausender Stellen sowie die Kürzung diverser Betriebskosten – scheint die Maßnahme auf den ersten Blick eine notwendige Anpassung zur Verbesserung der finanziellen Stabilität des Unternehmens zu sein. Ob dem so ist, bleibt abzuwarten. 

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1Kommentar

  • L. Kirsten
    07.02.2024 10:56 Uhr

    Ich finde das richtig unfair! Stream ist stream. Man stelle sich vor, Amazon würde plötzlich mp3 Downloads nicht ausschütten?! Dazu fällt mich nichts mehr ein. Nur weil Spotify Pleitegeier ist? Und den Musikmarkt zerstört hat und dann wollen die sich noch mit zig Millionen durch das Einbehalten in die Tasche wirtschaften?

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